Daniel Fridman gewinnt das UKA German Masters
Daniel Fridman behielt in der letzten Partie gegen Falko Bindrich die Oberhand und holte sich mit 4 Punkten den Sieg beim UKA German Masters. Zweiter wurde mit 3,5 Punkten Georg Meier vor Rasmus Svane ( 3 Punkte), Matthias Blübaum (2 Punkte), Falko Bindrich (1,5 Punkte) und Alexander Donchenko (1 Punkt).
Es war in dieser Woche ein in des Wortes doppelter Bedeutung heißer Kampf und nun ist er zu Ende. Das ZMDI Open Dresden 2015 hat seine verdienten Sieger gefunden. Knapp war es überall, wie knapp genau, jetzt:
Im Open-A siegte der israelische Großmeister Michael Roiz (Elo 2595) mit 7,0 Punkten dank der besseren Feinwertung vor seinem russischen Kollegen GM Sergey Grigoriants (2606). Den dritten Platz belegte wiederum ein russischer Großmeister, nämlich Viacheslav V. Zakhartsov, der Feinwert-Bester der Spieler mit 6,5 Punkten war. Somit durchlitt der nach der vorletzten Runde noch mit einem halben Punkt Vorsprung führende GM Dennis Wagner durch seine Schwarz-Niederlage gegen GM Michael Roiz das vielleicht unglücklichste Turnierende aller Teilnehmer.
Unsere unter „besonderer Beobachtung“ stehende ungarische Schachfreundin WGM Petra Papp wurde „beste Frau des Turniers“ (natürlich neben den netten Damen vom Service und der Reception des Wyndham Dresden) und schob sich mit einem Schlussrunden-Sieg und damit 5,5 Punkten sogar noch vor ihren Landsmann GM Iván Faragó, der mit 5,0 abschloss. Die besten Dresdner Spieler Roven Vogel, Jens-Uwe Maiwald und Maximilian Neef remisierten ihre letzte Runde, so dass jeder mit schönen 6,0 aus neun aus dem Saal ging.
Ein bewundernswert starkes Turnier in dieser Gruppe gelang dem 1998 geborenen Leipziger Leonard Richter, der – nur an 50 gesetzt- nun auf der Schlussgeraden mit GM Iván Faragó seinen womöglich ersten Großmeister besiegte. Aber klar, schon 2012, als er die „Sachsen-EM Nachwuchs Sebnitz“ mit sieben aus sieben überrannte und das ein Jahr später mit sechs aus sieben annähernd wiederholte und 2014 dann tatsächlich wieder 100% erspielte, da hätte man es schon ahnen können. Andere taten es, denn Meister Richter wurde 2014/15 schon mit guten 5,5 aus 10 in der 2. Bundesliga Ost eingesetzt.
Zeitgleich erhielten wir das Ergebnis des Open-B, in dem Eric Sauer seinen fast im ganzen Turnier anhaltenden Vorsprung ins Ziel rettete und mit 7,0 Punkten Erster wurde. Sein Schlussrunden-Gegenüber Stephan Baumann musste mit seinem Mehrbauern nach sehr langem Kampf dann doch in ein Schwarz-Remis einwilligen. Der – natürlich äußerlich bewusst an den Simply-Red-Sänger Mick Hucknall erinnernde – Stephan Baumann spielte ein großes Turnier und kam ebenfalls auf 7,0 Punkte. Den dritten Platz belegte Peter Abdurakhimov mit 6,5 Zählern; am Ende genügte ihm das Schwarz-Remis gegen Guntram Ledfuß zur Bronze-„Medaille“.
Das Open-C war am Ende so eng, dass die Turnier-Organisatoren ins Grübeln kamen. Und das ist bei diesem souveränen Team alles andere als üblich. Es siegten … nämlich gleich zwei Spieler! Punktzahl gleich, Buchhölzer gleich, Summe der Buchhölzer gleich, vermutlich auch Gewicht und Schuhgröße gleich; da greifen einige Schiedsrichter zum Münzwurf, andere setzen eine geblitzte Entscheidungs-Partie an.
In Dresden fanden wir, dass Lutz Krajinski und Rico Koch einfach eine gleich gute Leistung gezeigt haben und deshalb auch beide ohne jeden Unterschied Erste sein sollen. Nach einer jedenfalls bis zum 29.Zug hübschen positionellen Leistung siegte Julia Halas mit Weiß am zweiten Brett gegen Fedor Mishin und sicherte sich damit als Buchholz-Beste derer mit 6,5 Punkten den Bronze-Platz. Weil sie im gesamten Turnier an einem der Spitzenbretter thronte, ist das ein schöner Erfolg.
Zum guten Schluss sei noch erwähnt, dass das Open auch Normen hervorbrachte: Vladimir Zakhartsov erreichte eine GM-Norm, Roven Vogel und Franz Bräuer erspielten jeweils eine IM – Norm. Aber das war es immer noch nicht ganz. Am Ende überreichte Hauptschiedsrichter Egmont Pönisch einem sichtlich überraschten Dirk Jordan eine FIDE – Schiedsrichter Turniernorm.
Wir bedanken und bei allen Spielern für das tolle Turnier, wünschen allen eine gute Heimreise und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!
