Archiv des Monats: August 2015

Die Sieger stehen fest!

UKA German Masters v.l.n.r. Paul Hoffmann Falko Bindrich Georg Meier Daniel Fridman Rasmus Svane Matthias Blubaum Alexander Donchenko Egmont PonischDaniel Fridman gewinnt das UKA German Masters

Daniel Fridman behielt in der letzten Partie gegen Falko Bindrich die Oberhand und holte sich mit 4 Punkten den Sieg beim UKA German Masters. Zweiter wurde mit 3,5 Punkten Georg Meier vor Rasmus Svane ( 3 Punkte), Matthias Blübaum (2 Punkte), Falko Bindrich (1,5 Punkte) und Alexander Donchenko (1 Punkt).

Es war in dieser Woche ein in des Wortes doppelter Bedeutung heißer Kampf und nun ist er zu Ende. Das ZMDI Open Dresden 2015 hat seine verdienten Sieger gefunden. Knapp war es überall, wie knapp genau, jetzt:

Im Open-A siegte der israelische Großmeister Michael Roiz (Elo 2595) mit 7,0 Punkten dank der besseren Feinwertung vor seinem russischen Kollegen GM Sergey Grigoriants (2606). Den dritten Platz belegte wiederum ein russischer Großmeister, nämlich Viacheslav V. Zakhartsov, der Feinwert-Bester der Spieler mit 6,5 Punkten war. Somit durchlitt der nach der vorletzten Runde noch mit einem halben Punkt Vorsprung führende GM Dennis Wagner durch seine Schwarz-Niederlage gegen GM Michael Roiz das vielleicht unglücklichste Turnierende aller Teilnehmer.

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Unsere unter „besonderer Beobachtung“ stehende ungarische Schachfreundin WGM Petra Papp wurde „beste Frau des Turniers“ (natürlich neben den netten Damen vom Service und der Reception des Wyndham Dresden) und schob sich mit einem Schlussrunden-Sieg und damit 5,5 Punkten sogar noch vor ihren Landsmann GM Iván Faragó, der mit 5,0 abschloss. Die besten Dresdner Spieler Roven Vogel, Jens-Uwe Maiwald und Maximilian Neef remisierten ihre letzte Runde, so dass jeder mit schönen 6,0 aus neun aus dem Saal ging.

Ein bewundernswert starkes Turnier in dieser Gruppe gelang dem 1998 geborenen Leipziger Leonard Richter, der – nur an 50 gesetzt-  nun auf der Schlussgeraden mit GM Iván Faragó seinen womöglich ersten Großmeister besiegte. Aber klar, schon 2012, als er die „Sachsen-EM Nachwuchs Sebnitz“ mit sieben aus sieben überrannte und das ein Jahr später mit sechs aus sieben annähernd wiederholte und 2014 dann tatsächlich wieder 100% erspielte, da hätte man es schon ahnen können. Andere taten es, denn Meister Richter wurde 2014/15 schon mit guten 5,5 aus 10 in der 2. Bundesliga Ost eingesetzt.

Zeitgleich erhielten wir das Ergebnis des Open-B, in dem Eric Sauer seinen fast im ganzen Turnier anhaltenden Vorsprung ins Ziel rettete und mit 7,0 Punkten Erster wurde. Sein Schlussrunden-Gegenüber Stephan Baumann musste mit seinem Mehrbauern nach sehr langem Kampf dann doch in ein Schwarz-Remis einwilligen. Der – natürlich äußerlich bewusst an den Simply-Red-Sänger Mick Hucknall erinnernde – Stephan Baumann spielte ein großes Turnier und kam ebenfalls auf 7,0 Punkte. Den dritten Platz belegte Peter Abdurakhimov mit 6,5 Zählern; am Ende genügte ihm das Schwarz-Remis gegen Guntram Ledfuß zur Bronze-„Medaille“.

Das Open-C war am Ende so eng, dass die Turnier-Organisatoren ins Grübeln kamen. Und das ist bei diesem souveränen Team alles andere als üblich. Es siegten … nämlich gleich zwei Spieler! Punktzahl gleich, Buchhölzer gleich, Summe der Buchhölzer gleich, vermutlich auch Gewicht und Schuhgröße gleich; da greifen einige Schiedsrichter zum Münzwurf, andere setzen eine geblitzte Entscheidungs-Partie an.

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In Dresden fanden wir, dass Lutz Krajinski und Rico Koch einfach eine gleich gute Leistung gezeigt haben und deshalb auch beide ohne jeden Unterschied Erste sein sollen. Nach einer jedenfalls bis zum 29.Zug hübschen positionellen Leistung siegte Julia Halas mit Weiß am zweiten Brett gegen Fedor Mishin und sicherte sich damit als Buchholz-Beste derer mit 6,5 Punkten den Bronze-Platz. Weil sie im gesamten Turnier an einem der Spitzenbretter thronte, ist das ein schöner Erfolg.

Zum guten Schluss sei noch erwähnt, dass das Open auch Normen hervorbrachte: Vladimir Zakhartsov erreichte eine GM-Norm,  Roven Vogel und Franz Bräuer erspielten jeweils eine IM – Norm. Aber das war es immer noch nicht ganz. Am Ende überreichte Hauptschiedsrichter Egmont Pönisch einem sichtlich überraschten Dirk Jordan eine FIDE – Schiedsrichter Turniernorm.

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Wir bedanken und bei allen Spielern für das tolle Turnier, wünschen allen eine gute Heimreise und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

Wenn zum letzten Mal aufgebaut wird

Dr. Dirk Jordan und Herbert BastianBeginnen wir mit dem kurzen Draufblick im Open-C. Klingt immer nach Vitaminen, kommt aber vor allem wegen der „Großen“ in B, A und Masters oft ein bisschen kurz. Nicht bei uns. Wer durch den Turniersaal marschiert, muss die Schiedsrichter nicht darauf hinweisen, dass der eindrucksvoll spielende Lutz Krajinski zu weit hinten sitze; wegen seiner geschilderten Besonderheiten benötigt er einfach ein bisschen mehr Platz als andere, deshalb hat er einen festen Tisch. Dein Tisch zum Beispiel wechselt ja immer, mal Eins, mal Zwei, dann wieder Eins … Es ist fies, gemein und ungerecht und es bleibt (hoffentlich) ungerächt, dass wir die Damen immer ein bisschen mehr als die Herren beachten. Wären sie nicht da, säßen die jüngsten oder die ältesten Spieler an ihrer Stelle im Focus. So ist das nun mal. Isabel Neumann aus Grimma jedenfalls ist momentan zusammen mit Julia Halas (Leipzig) und Kar Yan Wong (Dresden) geteilte Vierte bis Achte. Vielleicht geht bei ihren je 5,5 pt. ja auch noch etwas in die obere Richtung, die Reiter … die drei Spitzenreiter (tut das nicht weh?) haben ja auch „nur“ 6,0 pt. An der Spitze befindet sich 2x Dresden, 1x Erfurt. Die Region triumphiert. Im Open-C stehen wir spannungsfiebernd gleich bei drei Spielern neben dem Brett, die mit 6,0 Punkten in die Schlussgerade laufen. Der von den sehr wohl fachkundigen und vor allem brillant formulierenden Katrin Koch und Ingrid Schulz zu Recht hervorgehobene Lutz Krajinski ist unter ihnen. – Und hier eine Voraussage, wer das Turnier gewinnen wird : … Ja, das hättest Du wohl gern … „Wenn die da hinten nun gar keine Chance mehr auf einen Platz hier vorne haben, warum spielen die dann überhaupt noch weiter?“ fragte mich eine Passantin. Schachspielerin wird sie ja wohl nicht gewesen sein. Weil das hier Sport ist! Weil das Benehmen im Turniersaal mit Respekt vor dem Schachfreund (und vor sich selbst) zu tun hat – und weil Schach einfach Spaß macht, egal wie wenig Punkte sich bisher auf der Tabelle angesammelt haben. Und dennoch: Wir freuen uns über jeden, der bis zum Ende am Brett alles gibt (manchmal auch Turm und Dame) und selbstverständlich auch an der Ehrung der Sieger teilnimmt, um den Sportfreunden Respekt für deren Leistung zu zeigen. Die freuen sich darüber, ganz bestimmt!

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Das Open-B müsste eigentlich Open-S heißen. „S“ für „sensationell“ (zur besseren Wirkung muss man das wie damals Rudi Carrell aussprechen: „sensaschjonälll“). Hier spielen am ERSTEN Brett in der LETZTEN Runde der an 17 gesetzte Eric Sauer und der an 12 gesetzte Stephan Baumann. Sensaschjonälll. Beide haben 6,5 Punkte, was nach 8 Runden sehr viel ist, aber die starken Jungs dahinter sind Guntram Ledfuß und Peter Abdurachimow, beide mit 6,0 Punkten. Die letzte Runde eines großen Turniers ist nun mal spannend. Im Open-B interessierte uns immer auch das „Schicksal“ der Schweriner Klinge-Zwillinge Sabina (Elo 1741) und Alexandra (Elo 1748). Letztere hat 2,5 pt., wurde bereits dadurch „geadelt“, dass Alexandra Kline auch schon für die berühmten Mädels aus Friedberg spielte. Die Rating-Kurve beider Schwestern ist seit Beginn der Aufzeichnungen beängstigend aufsteigend. Wäre es eine Fieber-Kurve, käme der Onkel Doktor ums Eck gesprungen. So aber kommt wohl bald öfter mal der Turnierdirektor. Zur Preisverleihung. Aber, bleiben wir am Boden: Hier in Dresden war’s noch nicht der große Wurf. Der kommt noch. Das trifft auch auf die Dresdnerin Ngoc Han Julia Bui zu, die ihr unbestrittenes Talent bereits bei der DSAM aufblitzen ließ, aber hier in der Heimat sozusagen Ladehemmung hatte. Völlig normal, so was kennt die Kickertruppe vom Dynamo ja auch. Sprudelnder Quell Dresdner Freude ist aber Olena Kosovska, Grün-Weiß Dresden, Frauen-Regionalliga (es gibt im deutschen Schach noch keine Frauen-Ober- oder Landesliga, jedenfalls nicht überall. Die Regio ist damit die zweithöchste Liga), 2014 sechs aus neun in einem Turnier namens ZMDI Open-C, fünf aus acht Bezirksklasse Dresden, … ja, hatte die Kostenjuk etwa bessere Resultate? Noch besser machte es bisher Marie-Helen Herbrig aus Bautzen. 4,5 Punkte, ein jetzt schon schönes Turnier – und das Beste kommt ja vielleicht sogar noch! Und wer sich an den ersten Artikel zum Turnier erinnert (ja, tue ich), der kennt auch den Namen Selina Moses (DWZ 1859); die noch sehr junge Dame aus Coswig hat 5,5 Punkte, ist damit geteilte Fünfte. Im Fußball gab’s vom DFB für die Kicker-Damen einmal ein (abscheuliches) Kaffee-Service … ob wir das hier beim Schach so ähnlich machen werden? Meißen ist nicht weit, muss man befürchtend hinzu setzen.

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 Open-A: Zuerst kommt GM Dennis Wagner. Und danach kommt erst mal eine ganze Menge Russland. Erst in dem großen, schwer überschaubaren Feld ab Rang neun ist zumindest ein deutscher Verein neben dem Spieler-Namen verzeichnet. Schach ist eben (zum Glück!) international: Man wird ganz international auf h8 matt gesetzt. Heute geht’s in der Spitze des Open-A mit einem wahren Hitchcock-Ende weiter: Vater und Sohn Zakhartsov haben 6,0 Punkte (nein: Nicht zusammen. – Jeder!), sind aber Teil der großmeisterlichen „Verfolgergruppe“ mit Grigoriants, Gleizerov, Vorobiov und Ulybin vor der ebenfalls noch an die Fleischtöpfe drängenden Spielern mit 5,5 Punkten. Die in Dresden unter ihnen bekanntesten sind wohl Roven Vogel, Jens-Uwe Maiwald und der ein wunderbares Turnier spielende Erfurter Franz Bräuer. Der Bremer Thorben Koop, zuletzt hier in Dresden von Lev Gutman unterstützt, hat Weiß gegen WGM Petra Papp, die in diesem Jahr mit 4,5 aus 8 vielleicht nicht ganz so abschnitt wie es mancher getippt hatte, und die einen halben Zähler hinter ihrem Landsmann (darf man schon sagen: „Altmeister“?) Iván Faragó liegt. Der hat heuer Schwarz gegen den Richter. Nicht Kurt, nicht Thomas, es ist der an 50 gesetzte Leonard Richter. Stärkste Dame des Turniers ist … hmm … Moment mal … Da muss man aber verflixt weit runter …. Vladimir … Hans … Franz … alles nicht … Es ist tatsächlich im Moment die schon erwähnte Petra Papp. Es tut mir Leid, die Frauen rangieren momentan ab Platz 42 (es ist ja noch eine Runde zu spielen!). Filiz Osmanodja auf 47, Alina Zahn 62., Josefine Heinemann 64., Larissa Schwarz 68. … wir haben die Daumen anscheinend doch nicht genug gedrückt. Zu Beginn schrieben wir: „Der diesmal älteste Open-Teilnehmer Christoph Helbig ist Jahrgang 1933, der jüngste Dai Phan Tron erblickte 2007 die Schachwelt.“ Wie haben sie bisher gespielt? Der Altenberger Schachfreund Helbig hat in der C-Gruppe bisher 3,5 aus 8 geschossen; morgen noch rasch ein Sieg und die „magischen“ 50% sind geschafft. Weil das bei den Damen mit dem Daumendrücken nicht so richtig gut geklappt hat, lassen wir das jetzt lieber. Der für den SV Dresden-Leuben spielende Dai Phan Trong ist zwar zur Zeit nur 45. von 50, hat aber gar nicht schlecht gespielt, denn die 2,5 Punkte kommen ja nicht von gar nichts. Helfen einem eigentlich Sätze wie „aller Anfang ist schwer“ wirklich weiter?

https://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/Daniel_Fridman_und_Falko_Bindrich.JPGIm Masters scheint Daniel Fridman seiner leichten Favoritenrolle gerecht werden zu können, denn der Dreipunkter führt mit einem halben Punkt Vorsprung vor Georg Meier. Zwei Zähler sammelten Matthias Blübaum und Rasmus Svane, einen halben weniger Falko Bindrich und im Hintergrund wartet Alexander Donchenko („Hey!! Hier kommt Alex …!“ Da geht noch was für ihn!). Es ist ein kurzes Turnier, alles liegt dicht beieinander, logisch.

 

 

 

https://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/Georg_Meier_und_Alexander_Donchenko.JPGhttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/Georg_Meier_und_Alexander_Donchenko_2.JPGMatthias Blubaum und Rasmus Svane

Großröhrsdorf am Spitzenbrett des Open – B

Eric Sauer und Ferdinand LangKennst Du schon Eric Sauer? Nein? Noch nie gehört? Ja, kennst Du denn wenigstens den SC 1911 Großröhrsdorf? Auch nicht? Äh … spielst Du überhaupt Schach? Also, Schachfreund Sauer hat Elo 1945 und DWZ 1935, wurde so unauffällig wie es diese Werte eben sind in der Startrangliste der Gruppe B des ZMDI Open 2015 an 17 geführt. Und jetzt spielt er mit 5 aus 7 und mit einem halben Vorsprung vor allen anderen am Spitzenbrett mit Weiß gegen den 8 gesetzten Dominik Klaus.
Der SC 1911 Großröhrsdorf ist bei Dresden im Kreis Kamenz beheimatet und hat 46 aktive Mitglieder, also weder klein noch groß. In diesem Verein steht weniger Schach, sondern Fußball im Mittelpunkt, aber das soll z.B. bei Bayern München und Werder Bremen ja auch so sein, hört man. Der beste aktiv Gemeldete ist Henning Schneider, DWZ 2143, der einzige Zweitausender des Vereins.
Eric Sauer wurde 1993 geboren und spielte noch 2010/11 im Dresdner Nachwuchs-Bereich. Seine Erfolgsquote in 25 ausgewerteten Turnieren lag zumeist bei rund 50-70%; nicht schlecht, aber auch noch nicht der gerade Weg zur Deutschen Meisterschaft. Schaut man sich aber seine Rating-Kurve an, so zeigt sich ein sehr stetiger und respektabler Anstieg, was sich mit dem jetzt laufenden Dresdner Turnier sicher fortsetzen wird.
http://www.schach-kompakt.de/berichte-diagramme/schach/F2308/1009/

Festveranstaltung anlässlich des ZMDI Schachsommers

DSC 8929 Gruppenbild Schachlegenden 2015Bei bestem Wetter begrüßte Dr. Dirk Jordan etwa 130 geladene Gäste auf dem Lingnerschloss, darunter die auf Einladung der Pegasus GmbH zum wiederholten Male in Dresden weilenden „Schachlegenden“.

Nach Grußworten „unseres“ Sportbürgermeisters Winfried Lehmann, dessen Amtszeit demnächst endet, dankte Dr. Dirk Jordan seinem langjährigen Freund und Weggefährten mit sehr persönlichen Worten für die langjährige, außerordentlich engagierte Unterstützung des Schachsports in Dresden. In seinen Worten ließ Dr. Jordan noch einmal die herausragenden Schach – Ereignisse wie z.B. die Schacholympiade 2008 Revue passieren. Zur Erinnerung überreichte er Winfried Lehmann eine gerahmte Plakette des ZMDI Schachfestival e.V.. Nach weiteren Grußworten von Herbert Bastian (Präsident des Deutschen Schachbunds) und Hans – Wolf Colsman ( Marketing Manager ZMD AG) folgte die Auszeichnung der besten Dresdner Nachwuchstalente durch GM Wolfgang Uhlmann und Andreas Schneider, technischer Leiter des ZMDI Schachfestival Dresden e.V.. In der vergangenen Saison konnten unter den in Dresdner Vereinen aktiven Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre, Vivien Nguyen vom USV TU Dresden und Dai Phan Trong vom SV Dresden Leuben ihre Schachwertzahl am meisten verbessern. Die Freude über den Pokal, der jährlich von GM Wolgang Uhlmann aus seinen Siegerpokalen gestiftet wird, war bei den beiden riesig. Beide spielten dann noch beim Uhrenhandicap gegen GM Sebastian Siebrecht, dem es gelang, alle sechs Partien für sich zu entscheiden.

Weiß beginnt – und gewinnt

Beim anschließenden Konditionsblitz am Großfeldschach eröffneten Dai Phan Trong und Gernot Gauglitz (Geschäftsführer UKA) mit den weißen Figuren die Partie. Am Ende hatten sie die Nase vorn und gewannen gegen das Team „schwarz“, für das Vivien und Herbert Bastian die Figuren zogen. An der UHR zeigten Winfried Lehmann und Jan Burghardt ( General Manager Wyndham Garden Hotel) ebenfalls vollen Einsatz.
Auch für das leibliche Wohl war durch das Restaurant Lingnerterrassen bestens gesorgt. Bei gutem Essen, Wein und Bier genossen die geladenen Gäste den wunderbaren Blick von der Schlossterrasse – oder verfolgten das traditionelle Uhrenhandicap. Ans nach Hause gehen wurde noch lange nicht gedacht; bei Gesprächen und der ein oder anderen Partie Schach verweilten die Gäste noch lange nach Einbruch der Dunkelheit – ein gelungener Abend, den unser klasse Fotograf Karsten Wieland wieder mit dem richtigen Blick für Licht und Motiv für uns eingefangen hat!

https://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_8875_Herr_Colzmann_von_der_ZMD_AG.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_8888_Yair_Kraidmann_mit_Ehefrau.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_8900_Mark_Taimanow__Viktor_Kortschnoi.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_8917_Empfang_der_Schachlegenden.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_8976_Vievien_Nguyen_und_Dai_Phan_Trong_Freude_uber_den_Uhlmann_-Cup.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9015_Uhrenhandicap.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9018_Sebastian_Siebrecht_und_Daniel_Fridman.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9037_HaJo_Hecht_im_Gesprach_mit_Dr._Burkhard_Malich.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9047_Gyozo_Forintos_mit_Frau.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9086_Schachlegende_Viktor_Kortschnoi_beim_Blitz_mit_Dr._Kohler.jpgDSC 9097 Schachprinzen kiebitzen beim Spiel Viktor Kortschnoi- Dr Gerhard Kohlerhttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9108_Sebastian_Siebrecht_vor_dem_Uhrenhandicap.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9210_Dr_Burkhard_Malich-_Wolfgang_Uhlmann.jpghttps://www.schachfestival.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_9278_Die_Schachprinzen_beim_Tandem.jpg

Meister – Donnerstag

DSC 8659 Alexander Donchenko- Matthias BlubaumAm ersten Tag des Deutschen Masters gab es in drei Partien ausschließlich Remisen, was nun einmal das natürliche Ergebnis einer Schachpartie zwischen zwei annähernd gleich gut spielenden Wettkämpfern ist. Von einem auf den anderen Tag sind sie gewiss nicht schlechter geworden, aber die Karten wurden neu gemischt!

Falko Bindrich : Georg Meier: 0 – 1
Matthias Blübaum : Daniel Fridman: ½ – ½
Rasmus Svane : Alexander Donchenko: 1 – 0

 

Haltet Euch ran, Jungs, fünf Runden sind weniger als man denkt.

In der Partie Grigoriants – Mikhalewski begann es am ersten Brett des A-Open scheinbar gemächlich, aber nach 1.c4 e5 2.g3 Nf6 3.Bg2 Nc6 4.Nc3 Bc5 5.Nf3 d6 6.O-O O-O 7.e3 Bb6 8.Qc2 Ne7 9.d4 Ng6 10.Rd1 Qe7 11.b3 Re8 12.Ba3 exd4 * war es alles andere als gemütlich. Schon bei 8.Qc2 zuckte die Enzy-14 mit den Schultern und sagt, „tja, weiß ich jetzt auch nicht so richtig … hatten wir so noch nicht hier.“ Normal ist wohl 8.b3 (Serper, Uhlmann uvam.). Gleich achteran, bei Vorobiov gegen Vladimir Zakhartsov, erlebte das Publikum etwas weniger, nämlich einen Abtausch-Slawen. Achtzehn Züge und schon war’s remis. – Interessanter war’s in GM Viacheslav Zakhartsov (2552) gegen Filiz Osmanodja (2302). Großmeister Viacheslav Zakhartsov ist der Vater von Vladimir und wurde hier im ZMDI Open 2014, also direkt im vergangenen Jahr, geteilter 1.-4. Manchmal kommt es natürlich auch vor, dass Vater & Sohn am Brett aufeinander treffen; in Split 2013 zum Beispiel ging’s remis aus. Garantien dafür, dass das immer so sein wird, waren nicht zu haben. Aber gehen wir getrost davon aus: Weniger als die Platzierung vom vergangenen Jahr hat Viacheslav Zakhartsov auch diesmal bei uns nicht geplant. Das schien die an 30 gesetzte Nationalspielerin Filiz Osmanidja für sich aber ganz ähnlich zu sehen! In einer auf den ahnungslosen Amateur annähernd ausgeglichen wirkender Stellung opferte die Dresdnerin plötzlich im 21.Zug eine schwarze Qualität – hey, das brachte noch mehr Fahrt in die Sache! Um Zug 34 herum wurde die Bedenkzeit der Sächsin knapp, aber es gibt ja die Zusatz-Sekunden. Irgendwann verebbte die Initiative und der „mit der Startnummer Vier!“ (D.T. Heck, Hitparade) spielende Großmeister sammelte das Endspiel ein.

DSC 8660 Rasmus Svane- Falko BindrichDSC 8753 Evgenij Vorobov und Sergey Grigoriants in Runde  ZMDI OpenDSC 8702 Analyse Fridman-Meier mit Kommentator Siebrecht

Partie Viacheslav Zakhartsov gegen Filiz Osmanodja

Richard Réti war auch mit dabei, nämlich in der Zugfolge 1.Nf3 Nf6 2.g3 c5 3.Bg2 Nc6 4.O-O g6 5.d4 cxd4 6.Nxd4 Bg7 7.c4 O-O 8.Nc2 d6 9. Nc3 Qa5 *, mit der die Partie Pijpers – Roiz eingeleitet wurde. Eine Eröffnung wie die Kreuzberger Blattschuss-Nächte: „Erst fang’se ganz langsam an; aber dann; aber dann …“. Die Stellung kam schon einige myriaden Male vor. Wer bei dem Namen Bui stutzt und meint, da war doch schon mal was, der hat Recht: Die Ngoc Han Julia Bui setzt in der Bezirksklasse Dresden und ab und zu auch in der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft DSAM matt. Heute aber wurde der Familien-Jubel kurz unterbrochen: Nach der mancherorts so genannten „Kevitz-Trajkovich Defence“ (die Leute denken sich Namen aus …!) verlor Hai Lam Bui (Setzplatz 20! Erstes Brett!) mit Weiß überraschend schnell nach einem Versehen im 16. Zug gegen den an 17 gesetzten Eric Sauer : 1.d4 Nf6 2.c4 Nc6 3.Nf3 e6 4.Nc3 Bb4 5.Bd2 O-O 6.Rc1 d6 7.a3 Bxc3 8.Bxc3 Ne4 9.g3 Nxc3 10.Rxc3 a5 11.Bg2 Qe7 12.O-O a4 13.e3 e5 14.dxe5 dxe5 (=)

Geschlossener Sizilianer klingt immer ein bisschen nach Geschlossene Gesellschaft und für die schwarzen Figuren ist das auch oft so. Manchmal aber auch nicht. Ach, das wusstest Du schon? Mit welcher Farbe …? Jedenfalls erweiterten Pierre Köpke gegen Mika Hassemeier an Brett 1 (C) den Erfahrungsschatz zu diesem Abspiel.

 

Betrachtungen einer Zuschauerin

P1130959Wieder ist die Hälfte eines Jahres vergangen und es gab einige Turniere, auf die man sich freuen und vorbereiten konnte – doch das ZMDI Open ist und bleibt das Highlight für die meisten Schachspieler und dies sogar weit über alle Grenzen hinaus. Ob Jung oder Alt, Anfänger oder Großmeister, alle Welt zieht es nach Dresden, um an diesem Turnier teilzunehmen. Ich begleite meinen Mann nun seit 2012 auf dieses Turnier und es ist jedes Jahr aufs Neue aufregend, spannend und auch interessant, die unterschiedlichsten Spieler und Partien stets neu zu entdecken. Schach bringt die Menschen zusammen, es werden Bekanntschaften geknüpft und man begegnet immer wieder bekannten Gesichtern und freut sich, dass man gemeinsam dieses Hobby teilen kann. Mich faszinieren die unglaubliche Disziplin und auch der Kampfgeist, welcher sich durch jede Runde zieht. Es spielt keine Rolle welche Wertzahl auf dem Namensschild steht oder ob man in Turnier A, B oder C vertreten ist. Jeder einzelne Spieler ist höchst konzentriert, bei jedem herrscht dieselbe Aufregung, dieselbe Freude und ja, auch das gehört dazu, derselbe Frust, wenn der ein oder andere Punkt nicht auf das eigene Konto ging. Man sieht die Spieler vor ihren Brettern sitzen, eine Uhr, ein Blatt Papier, doch was Schach alles ausmacht sieht man nicht ausschließlich am Brett. Wie viele Bücher gewälzt wurden, Partien analysiert wurden und unzählige Varianten ausgerechnet wurden, das alles wird nicht in den neun Runden erfasst.

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Die C-Gruppe ist auch dieses Jahr stark besetzt und es wird sehr um jeden Punkt gekämpft, das spürt man heute, in der 5. Runde, sehr. Ich habe sehr großen Respekt vor Lutz Krajinski, welcher bis heute jedes Spiel gewonnen hat. Mit einer endlosen Geduld wird jede Runde souverän bestritten und da ich als Zuschauer neben ihm sitze, darf ich die eine oder andere Partie auch aus nächster Nähe verfolgen. Als „Zuschauer“ fiebert man stets mit, wie oft erwischt man sich, dass man vor einem Brett steht und versucht die Partie aus Sicht der beiden Gegner beurteilen zu können. (Auch wenn man selbst die eine oder andere Turniererfahrung hatte, es wäre vermessen zu behaupten, dass man jede einzelne Stellung erörtern kann. Das überlasse ich sehr gern meinem Mann und auch, wenn ich meist diejenige bin, die ihren Punkt abgibt, nichts könnte mich davon abhalten, immer wieder mit ihm ein Spielchen zu wagen… aber bitte mit Weiß!) Natürlich bin auch ich nicht ganz objektiv, natürlich wünsche ich ihm einen Sieg ganz besonders und da er heute mit dem (wirklich sehr sympathischen) Spieler Fedor Mishin ein Spielchen am ersten Brett wagt, bin auch ich sehr aufgeregt und es zieht mich immer wieder an dieses Brett…

Uhlmann KrajinskiAbschließend lässt sich sagen, dass noch nichts entschieden ist, egal in welcher Gruppe, die fünfte Runde kann ein paar Tendenzen zeigen, aber noch keine abschließenden Ergebnisse liefern, also bleibt im Endeffekt das, was jedes Turnier bleibt: Positives Denken, Analysieren, nicht aufgeben, stets aufstehen und vor allem: Ran ans Brett! In diesem Sinne wünsche ich allen Spielern ein erfolgreiches und spannendes Turnier!

(Katrin Koch)

 

Ingrid Schulz aus unserem Team Öffentlichkeitsarbeit konnte heute ein ausführliches Gespräch mit Lutz Krajinski führen. Das Gespräch fand mit Hilfe seines Betreuers Gottfried Preising statt. Lutz Krajinski führt nach der 5. Runde die Gruppe C mit 4 ½ Punkten an. Heute traf er auf Rico Koch (den Mann unserer Gastautorin Katrin Koch) – die beiden trennten sich remis. Lesen Sie hier die Zusammenfassung des Gesprächs von Ingrid Schulz:

Lutz Krajinski wurde 1961 mit einer spastischen Lähmung geboren, die ihm kontrollierte Bewegungen und das Sprechen sehr schwer machen. Als er als Kind im Internat der Polytechnischen Oberschule Wernigerode lebte, lernt er mit ca. 10 Jahren das Schachspielen. Er benutzt neben dem Schachbrett ein kleines Schachbrett, auf dem zwei Mühlsteine liegen. Mit diesen zeigt Lutz Krajinski an, wohin sein Gegner die Schachfiguren für ihn ziehen soll. Die Uhr drückt er dann selbst. Am Schachspielen findet er es besonders schön, dass es hier kein Mitleid gibt sondern er ein ganz gleichberechtigter Schachgegner ist. Er meint, dass besonders Kinder am Schachbrett einen normalen Umgang mit behinderten Menschen lernen. Lutz fährt mit seinem Betreuer zu Schachturnieren nach Malta, Marienbad, Liberec, an den Tegernsee und jetzt eben nach Dresden. Neben Schach ist Radfahren mit einem dreirädrigen Fahrrad seine große Leidenschaft. Gelernt hat er es mit 25 Jahren und es ermöglicht ihm eine ungeheure Bewegungsfreiheit. 2012 fuhren Lutz und sein Betreuer von Erfurt über Rom nach Malta zu einem Schachturnier – und wieder zurück. Insgesamt 6.000 Kilometer mit dem Fahrrad. Unter www.velo-pilgertour.eu findet man Berichte und Fotos dieser besonderen Radtour.

Brett KrajinskiFahrrad KrajinskiKrajinski Koch

Wir bedanken uns bei Katrin Koch für den sehr persönlichen Beitrag und wünschen Lutz Krajinski weiterhin viel Mut und Erfolg für alle seine weiteren Unternehmungen!

Das German Masters ist gestartet!

Daniel Fridman-Georg MeierNach kurzen einleitenden Worten des Turnierdirektors Dr. Dirk Jordan ist heute das German Masters, gesponsort von der UKA, gestartet.

In den nächsten 5 Tagen werden sich die 3 gesetzten Spieler, Georg Meier, Daniel Fridmann und Alexander Donchenko, mit den Gewinnern des Challange 2015, Falko Bindrich, Matthias Blübaum und Rasmus Svane, um den Titel des „German Master 2015“ duellieren.

Matthias Blübaum gewinnt Elo – Blitzturnier

DSC 8569 Sieger Blitz

„Ach, Blitz … das ist doch gar kein richtiges Schach“, hörte ich nach dem zack-zack-Turnier, und schaute nicht nach, wie diejenigen denn wohl abgeschnitten hatten. Aus irgendeinem Grund scheint Blitz in Dresden keine Frauen-Sportart zu sein; beste Dame wurde Selina Moses (1832) mit 6,0 Punkten, während der Erste und Zweite, GM Matthias Blübaum und GM Rasmus Svane, es auf jeweils neun Zähler brachten. Mindestens einer Bemerkung wert ist: Er kann nicht nur brillant und präzise reden, sondern auch Schach spielen, der ehemalige Bundesligist Dr. Dirk Jordan, Organisator des gesamten Dresdner Turniers. 6,5 Punkte, ebenso viele wie zum Beispiel GM Sebastian Siebrecht, das ist doch was!

 

Nach allem Blitz und Donner saß heute wieder jeder am Brett. In der Gruppe A haben die Besten 3,5 Punkte aus vier Partien, ein halber Punkt hat sich also von jedem verabschiedet. Am Spitzenbrett spielt heute Sergey Grigoriants gegen Jens-Uwe Maiwald. Die Tabelle wird jedoch von Jonas Lampert, HSK Hamburg, angeführt, die Feinwertung macht’s möglich. Schön ist, dass von den nicht gerade reisefreudig bekannten Bremern nicht nur drei in Dresden sind, sondern dass sie auch recht weit vorne agieren, also Thorben Koop, Olaf Pienski, aus dem Hintergrund (aus dem bekanntlich Rahn schießen müsste) von Frank Peters abgeschirmt. Anders als die Norddeutschen haben sich die von uns immer gern beobachteten Ungarn GM Iván Faragó (2,5 pt., 37.Rang) und WGM Petra Papp (2,0 / 49.) getarnt: Sie tauchen gerade in der Masse ab … aber die tauchen auch wieder auf!

 

In der Gruppe B hat auch niemand mehr 100% auf dem Konto. Am Spitzenbrett, das ist interessant, spielte heute der (irrtümlich?) nur an 25 gesetzte Peter Abdurakhimov gegen Stephan Baumann. So wie diese beiden hat sonst nur Hai Lam Bui 3,5 Punkte. Der hat heute Schwarz gegen Martin Gaitzsch. Die blitzstarke Selina Moses ist die Beste aller Spieler mit 2,5 Punkten, wurde nur an 29 gesetzt und spielt doch am sechsten Brett gegen Herbert Bregler. Jeder weiß: Die Rangliste der Fußball-FIFA ist immer ein wenig kurios. Dürfen wir jetzt auch die Schach-Ranglisten nicht mehr ernst nehmen, wenn hier doch einfach jeder spielt wie er (sie) gerade Lust hat?

 

Morgens um sieben ist in der C-Gruppe noch alles in Ordnung. Mittags auch. Wie es sich gehört, gibt es hier momentan gleich elf Spieler, die 100% aufweisen (kleiner Tipp, Leute: Das kann im Schweizer System leider nicht für alle so bleiben)

(Ralf Mulde)