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1st World Chess Games of Disabled Dresden 2011
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Die Jüngsten trumpften beim 13. Nachwuchs-Porzellancup ganz groß auf
von Dr. Walter Nauber (Turnierleiter)

Eingeladen waren die 14 D1-Kader des Schachverbandes Sachsen und weitere sächsische Talente. Nur die Kader Tessa Simon (SVM Wilkau-Haßlau) und Jan-Niklas Phenn (SC Reichenbach) hatten abgesagt. So konnten sich Arwin-Hugo Lehne (Schach macht fit), Georg Berndt (SC Annaberg-Buchholz), Sven Papenfuß (SC Leipzig-Gohlis) und Richard Scholz (USV TU Dresden) über eine Teilnahme freuen. Am Ende wurde auch noch der Ersatzkandidat, Hai Lam Bui (SV Dresden-Leuben), vom Leiter des Landesstützpunktes Dresden, Andreas Schneider, zum Turnier zugelassen. Da Andreas und seine Mitstreiter alles perfekt vorbereitet hatten, mußte der Turnierleiter, Dr. Walter Nauber (USV TU Dresden), zusammen mit seinem Schiedsrichter, Steffen Banda (Schach macht fit) nur noch Rechner und Drucker anschließen und die Auslosung vornehmen.


Die SIeger des Nachwuchscups 2010. Links der Tabellendritte Adam Averbukh, in der Mitte Turniersieger Niklas Renger und rechts Jannik Ottmanns auf Rang Zwei.
Nach kurzen Eröffnungsreden begann pünktlich die 1. Runde.
Der Turnierfavorit mit der höchsten DWZ, Felix Teichmann, konnte es offenbar kaum erwarten, einen ersten Sieg zu erringen. So stürmten seine Bauern ungestüm gegen die schwarze Königsstellung von Sven Papenfuß. Dabei vergaß Felix, seinen eigenen König mit der langen Rochade in Sicherheit zu bringen. Nach der Abwehr des Bauernsturms staunte er nicht schlecht, als nun sein König im Mittelpunkt des Geschehens stand. Am Ende gewann Sven mit einer Dame gegen einen Turm. Ganz anders ging es am zweiten Brett in der Partie von Celine Peil (SC Annaberg-Buchholz) und Julia Halas (BSG Chemie Leipzig) zu. Hier wurde sehr ruhig gespielt und die Zeit voll ausgenutzt. Die Partie mündete nach ausgeglichenem Spiel in ein Bauernendspiel, mit 2 Mehrbauern für Julia, welches sie souverän gewann. Chancenlos war Jeremias Hummel (SG Turm Leipzig) in seiner Partie gegen einen der Jüngsten, dem 7-Jährigen Niklas Renger, dessen Entwicklung beim SV Ottendorf-Okrilla begann und der nun bei SG Grün-Weiß Dresden spielt. Am 4. Brett gab es die Begegnung zweier 'Super'-Schnellschach-Spieler, Jannis Alekhanov (SV Dresden-Striesen) und Julian Minkwitz (SC 1911 Großröhrsdorf). Sie meinten offenbar, nur von der Bonuszeit von 10 Sekunden pro Zug leben zu müssen. Am Ende hatte es Julian zwar geschafft, weitere 3 min zu seinen 25 min zu erhalten, dafür war aber sein König ohne Gefolge geblieben und irrte einsam auf dem Brett herum bis er zu Tode kam. Aber auch Jannis lebte nur von der Bonuszeit. Am 5. Brett sah es lange Zeit nach einem Sieg von Arvid Schubert (SC Annaberg-Buchholz) gegen Jannik Oltmanns (VfB Schach Leipzig) aus , da er eine Figur mehr hatte. Doch eine Unachtsamkeit kostete ihm seine Dame, die durch einen Läufer aufgespießt wurde, wodurch die Partie noch verloren ging. Damenverlust mußte auch Steffi Arnhold (SC Einheit Bautzen) gegen den U8-Sachsenmeister Adam Averbukh (USV TU Dresden) beklagen. Hin und her ging es am 7. Brett zwischen Tim Knüpfer (SC Leipzig-Gohlis) und Richard Scholz. Erst hatte Tim eine Qualität mehr, dann gewann Richard sie wieder zurück und hatte sogar einen Bauern mehr. Doch mit einem schönen Grundreihenmatt siegte schließlich Tim. Am letzten Brett gewann Georg Berndt gegen den Sieger des Dresdner Talentesichtungsturniers, Armin-Hugo Lehne zunächst zwei Springer. Am Ende hatte er eine Dame und zwei Türme mehr und den vollen Punkt.

Dr. Walter Nauber begrüßt die Teilnehmer
2. Runde:
Die zweite Runde wurde mit einer kurzen Auswertung der 1. Runde durch Dr. Nauber eingeleitet, dabei wurde natürlich auch der Wunsch nach langsamerem Spiel geäußert.
Julia Halas gelang es, eine Dame-Läufer-Batterie gegen Tim Knüpfers h7-Bauern zu richten. Das Matt war eigentlich nicht mehr zu verhindern gewesen, da auch der schützende Springer f6 beseitigt worden war. In allerletzter Not opferte Tim einen Läufer, der sich zwischen angreifende Dame und Läufer stellte. Anstelle nun diesen frechen Läufer einfach herauszuschlagen, gab Julia mit der Dame ein unnötiges 'Zwischenschach' auf der g-Linie und Tims Läufer konnte dadurch nach g6 zurückgehen und seinen König verteidigen. Julias Trainer, Dirk Seiler, konnte es kaum fassen und zeigte Julia hinterher, wie sie konsequenter hätte Matt setzen können. Auch mit Georg Berndt machte Niklas Renger kurzen Prozeß. Durch eine Springergabel eroberte er dessen Dame. In einem Blitzschachduell büßte Sven Papenfuß einen Läufer ein und lies einen Freibauern von Jannik Oltmann ungeschoren durchlaufen. Das auch zu langsames Spielen in einer Schnellschachpartie schiefgehen kann, mußte Adam Averbukh gegen Jannis Alekhanov erleben. Nachdem er in einem komplizierten Spiel zunächst eine Qualität verloren hatte, bemühte er sich, diese zurückzugewinnen. Das gelang ihm auch, kostete aber sehr viel Bedenkzeit. Mit 2 Minuten auf der Uhr war er gegen die 20 Minuten von Jannis machtlos und lief ohne richtig zu überlegen mit seinem König nach h1 in ein Matt durch Springer und Turm hinein. Lam Hai Bui hatte die erste Runde spielfrei und mußte sich nun dem auf Wiedergutmachung bedachten Felix Teichmann zum Kampf stellen. Mit zwei Figuren im Vorteil war das aber eine klare Angelegenheit zugunsten von Felix. Offenbar hatte sich Julian nach seinem Blitzschachspiel der ersten Runde die 'Standpauke' von seinem Trainer, Andreas Schneider, zu Herzen genommen und spielte nun viel langsamer. So konnte er sich zwei Mehrbauern gegen Steffi Arnhold erarbeiten. Im entstandenen Turmendspiel versiebte er aber beide Bauern wieder. Vergeblich versuchte er, seinen verbliebenen Bauern in eine Dame umzuwandeln - Remis. Ebenfalls Remis endete der Kampf zwischen Arvid und Celine, obwohl Celine einen Springer mehr hatte. Doch diesen opferte sie ohne Not für einen Bauern. Da war mehr Kampfgeist gefragt. Mit einer Dame im Vorteil gewann Armin-Hugo gegen Jeremias.

   
   

3. Runde
Am Spitzenbrett eroberte Julia zunächst einen Bauern gegen Jannik, der dafür aber Angriff erhielt und zunächst einen Läufer gewann, schließlich sogar einen Turm mehr besaß. Doch da er zwei Figuren nicht entwickelte, konnte Julia lange Zeit den Kampf aufrecht erhalten, da sie einen gedeckten Freibauern besaß und auch einen Springer von Jannik fesseln konnte. Erst als es ihm gelang, die beiden Figuren zu entwickeln, konnte er alles abtauschen und gewinnen. Am zweiten Brett fegte Niklas Renger auch den König von Jannis Alekhanov mit einer Dame im Vorteil vom Brett, genauer gesagt an den Brettrand - Grundreihenmatt.
Im Spiel gegen Georg Berndt eroberte Felix Teichmann einen Läufer, doch gelang es ihm lange Zeit nicht, seinen Vorteil in einen Sieg umzumünzen. Im Gegenteil beinahe hätte nämlich Georg noch gewonnen. Beide hatten auf der b-Linie einen Freibauern. Georgs Bauer stand schon auf b2. Mit einem Opfer seines Turmes von b1 durch ein Schach auf g1 hätte er als Erster seinen Bauern auf b1 in eine Dame umwandeln können und ein Schach geben
können. Dann hätte der gegnerische b-Bauer sein Ziel auf der 8. Reihe nicht mehr erreichen können. Im USV-Duell zwischen Richard und Adam hatte zunächst Adam eine Figur mehr, die Richard aber wieder zurückgewann. Ein Qualitätsgewinn, ein Mehrbauer, der allerdings ein Tripelbauer war, und der aktivere König führten schließlich zum Sieg von Adam. Mit Dame und Läufer im Vorteil, kam Tim Knüpfer zu einem ungefährdeten Sieg gegen Lam Hai. Sven Papenfuß setzte Arwin Hugo mit Dame und Turm Matt. Diesmal machte es Julian gegen
Celine im ungleichfarbigen Läuferendspiel mit zunächst einem Bauern im Vorteil besser.
Es gelang ihm einen zweiten Bauern zu erobern und einen seiner Bauern in eine Dame zu verwandeln. Leichtes Spiel hatte auch Arvid gegen Steffi, da er zunächst sehr großen Materialvorteil erhielt und auf g2 Matt setzen konnte.

Die stolzen Teilnehmer des Nachwuchscups auf einem Bild
4. Runde

Nach 3 Runden gab es nur noch Jannik Oltmanns und Niklas Renger mit voller Punktzahl. Niklas kombinierte so blitzschnell, daß er bald einen Läufer und kurz danach einen Turm mehr hatte. Offenbar wollte er den Rekord von Julian brechen und wurde dabei etwas hektisch, denn am Ende hatte er ebenfalls 28 min auf seiner Uhr und die alleinige Tabellenführung erobert. Felix Teichmann war bemüht, den Anschluß an Niklas nicht zu verlieren und lehnte deshalb ein Remisangebot von Jannis Alekhanov ab. Mit einer Qualität im Rücken sah das zwar nicht schlecht aus. Als aber ein Turm für einen Bauerngewinn die Grundreihe verließ, knüpfte Jannis ein Mattnetz. Nur durch ein Figurenopfer konnte sich der König kurzzeitig noch einmal retten. Das entstandene Endspiel war aber dennoch verloren. Erneut gewann Julia Halas in souveräner, abgeklärter Manier gegen Sven Papenfuß, der auch auf 28 min verbliebene 'Rest'-Bedenkzeit kam. Durch überlegtes Spiel eroberte Adam Averbukh erst zwei Bauern, dann die Qualität und schließlich hatte er zwei Türme gegen Tim Knüpfer mehr. Die vielleicht beste Kombination gelang an diesem Tag Julian Minkwitz, der bereits mit seinem weißfeldrigem Läufer die Diagonale a2-g8 beherrschte. Da der Bauer f7 fehlte, zwang Julian seinen Gegner, Arvid Schubert, mit einem Springerschach auf g6 zum Schlagen des Springers mit dem h7-Bauern. Nun hatte die weiße Dame alle Zeit der Welt, um nach g2 zu gelangen und Matt mit Schach auf h3 zu drohen. In dieser Situation hätte Arvid einen Turm und eine Dame opfern müssen, um das Matt noch abzuwenden. Da ließ er sich doch lieber gleich Matt setzen. Eine Unachtsamkeit von Richard Scholz führte zu einem Schäfermatt, worüber sich Georg Berndt freuen konnte. Der Vorteil von Jeremias Hummel gegenüber Lam Hai Bui betrug zwei Damen. Das zweite Matt mit Dame und Läufer auf h2 gelang Arwin-Hugo, da Celine diese Batterie nicht durch den Zwischenzug f4 unterbrochen hatte.

5. Runde

Vor der Schlußrunde besaßen neben dem mit einem Punkt Vorsprung Führenden, Niklas Renger, sowohl Jannik Oltmanns als auch Jannis Alekhanov Chancen auf den Turniersieg. Diese beiden spielten gegeneinander. Zunächst sah es nach einem klaren Sieg von Jannis aus, da er drei Bauern im Vorteil war, doch irgendwie ging ein Turm verloren, sodaß sich das Blatt zugunsten von Jannik wendete, was ihm am Ende den 2. Platz einbrachte.
In der Spitzenpaarung siegte erneut in überzeugender Weise Niklas Renger, diesmal gegen Julia Halas. Mit einem Springergewinn gelangte er auf die Siegerstraße und wurde damit alleiniger Turniersieger mit 5 Punkten aus 5 Runden. Mit einem Turm mehr gewann Felix Teichmann gegen Jeremias Hummel. Tim Knüpfer setzte Armin-Hugo mit Dame und Läufer auf h2 Matt. Am Ende gelang Sven Papenfuß doch noch ein neuer 'Rekord'. Nach seinem Sieg (Turm + Läufer mehr) gegen Georg Berndt hatte er noch 29 min auf seiner Uhr. Mit einer Dame und einem Turm mehr siegte Arvid Schubert gegen Richard Scholz. Das eine Dame und ein Turm Vorsprung manchmal nicht zum Sieg reichen, mußte Steffi Arnhold recht bitter im Spiel gegen Lam Hai Bui feststellen, denn Lam Hai gelang ein glückliches Dauerschach, da Steffi ihre Schwerfiguren von ihrer Grundreihe abgezogen hatte. Am längsten kämpften in dieser Runde Julian und Adam, denn es ging um den 3. Platz. Adam eroberte einen Bauern und in einem komplizierten Turmendspiel gelang es ihm, diesen Mehrbauern in eine Dame umzuwandeln und somit den 3. Platz zu erringen.
Mit dem Sieger Niklas Renger und dem Dritten Adam Averbukh plazierten sich am Ende zwei der jüngsten Teilnehmer (Jahrgang 2002) ganz vorn. Das gibt Hoffnung für die Zukunft.
Zweiter wurde der 2 Jahre ältere Jannik Oltmanns.

Zur Siegerehrung war der Landesjugendspielleiter und Referent für Leistungssport des JSBS, Frank Schulze, anwesend. Er überreichte an die Gewinner die Pokale und Urkunden. Alle Kinder bekamen neben einer Teilnahmeurkunde und den Abschlußtabellen auch noch einen kleinen Preis. Das abschließende Gruppenfoto zeigte, daß das Turnier allen Beteiligten großen Spaß bereitet hat. Da kann man nur sagen, vielen Dank an die Kinder, Eltern und Organisatoren und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.
News
09.12.2011
Die Termine der Dresdner Turniere 2012 stehen fest.
Termine 2012
Aktueller Turnierstand
Niklas Renger
Jannik Oltmanns
Adam Averbukh
Jannis Alekhanov
Julia Halas
Sven Papenfuß
Felix Teichmann
Arwin-Hugo Lehne
Julian Minkwitz
10  Arvid Schubert
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