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Kortschnoi mit Fan-Kontakt


Einmal eine Unterschrift von Viktor Kortschnoi zu bekommen – ein Traum, den sich einige Dresdner Schachfans nach Ende der Senioren-EM im Treff-Hotel verwirklichen konnten. Der 73-jährige Weltstar und dreimalige WM-Kandidat signierte Exemplare seines Buches „Mein Leben für das Schach“ und zeigte sich dabei trotz oder wegen der Silbermedaille für sein Schweizer Team im Turnier gut gelaunt. Einige der Bücher vom Verlager Olms gingen dabei über den Ladentisch Turniersponsor Euroschach.


   
Ein Weltklasse-Mann signiert: Viktor Kortschnoi    

Klaus Klundt war eines der Asse für Deutschland
Deutsche sichern Titelverteidigung ab
Marco Held

Vor der Schlussrunde war die Konstallation im Kampf um die Europameisterschaft klar. Punktgleich lagen Deutschland und die Schweiz in Front, wobei der Titelverteidiger mit einem Brettpunkt Vorsprung mit einem Mannschaftssieg gegen Großbritannien faktisch Platz eins sicher hatte. Mit dieser Maßgabe geriet keiner der Deutschen in spürbaren Nachteil, so dass nach den Siegen von Hans-Joachim Hecht und Klaus Klundt der erneute Titelgewinn praktisch unter Dach und Fach war. Wolfgang Uhlmann und Burkhard Malich steuerten noch einen halben Punkt zum 3:1 bei, so dass für die Schweizer ein 4:0 nötig wurde. Peter Hohler musste jedoch auf Seiten der Eidgenossen frühzeitig in eine Punkteteilung einwilligen, die daher den Deutschen schon zum erneuten Platz eins gratulieren konnten. Nichtsdestotrotz kämpften sie bis zur letzten Figur gegen Georgien, was durch Siege von Viktor Kortschnoi gegen Nona Gaprindaschwili und Hans Karl ein 3:1 gegen die Frauen aus dem Kaukasus einbrachte. Im Kampf um hatte schließlich Catalonia die Nase vorn. Die Spanier überzeugten mit zwei Unentschieden gegen die beiden Top-Teams und schlugen zum Abschluss auch noch die lange um den Titel mitspielenden Hessen mit 3:1, da erneut Orestes Rodriguez und Jose Dominguez gewannen.
Dagegen musste sich St. Petersburg mit einer 2:2-Punkteteilung gegen Österreich und Rang vier zufriedengeben, da Evgeni Golcman die Zeit überschritt.



Die Top 3-Teams, vorne die Katalonier, rechts die Schweiz
SG Leipzig mit versöhnlichem Turnierende

Im Schweizer System ist ein Schlussrunden-Erfolg manchmal Gold wert – so war es auch für die Schachgemeinschaft Leipzig. Die Messestädter setzten sich gegen President mit 2,5:1,5 durch, da Gottfried Braun gegen Alexander Jugow in einer der letzten noch laufenden Partien gewann. Das bedeutete in der Schlusstabelle Rang sieben, knapp hinter Norwegen und Österreich.
Der Dresdner SC musste sich zum Abschluss mit 1,5:2,5 gegen Salzburg geschlagen geben. Ein Sieg von Manfred Kahn reichte für die DSC-Senioren nicht zu einem Punktgewinn. Trotzdem blieben sie auf Rang 15 knapp vor BSW Lok Dresden, die sich zum Schluss gegen Norwegen II durchsetzten. Dabei holte erneut Günther Koksch einen vollen Punkt, der mit 6 Punkten aus 8 Partien bester Mann seines Teams (18.) war und nur knapp an einem Brettpreis vorbeischrammte.
Sachsen enttäuschte dagegen zum Abschluss mit 1,5:2,5 gegen Widukind, obwohl Johannes Hampel gewinnen konnte. Die Männer aus dem Freistaat beendeten das Turnier als 23. Erneut einen Punkt konnte der Seniorenclub Dresden holen, der als Ersatzteam die EM mit drei Zählern beendete. Egbert Günther gewann für die Senioren, die sich achtbar aus der Affäre zogen.



Senioren-Team-EM 2005
Senioren-Team-EM 2005
Uhlmann-Stimpel

Franz Stimpel (links) aus Hessen besiegte Wolfgang Uhlmann

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Noch Ruhe auf dem Brett zwischen Orestes Rodriguez und Viktor Kortschnoi
Kortschnois erschreckter Blick
Runde 7 am Donnerstag, dem 24.02.2005

Die letzten Sekunden zeigten gleichzeitig Verwirrung und Entsetzen in den Augen von Viktor Kortschnoi, der in jahrelangen Kämpfen auf dem ganzen Erdball auch in Zeitnotgefechten gestählt sein müsste. In der letzten Minute seiner Begegnung mit seinem GM-Kollegen Orestes Rodriguez konnte im Treff-Hotel eine Vorentscheidung um den Titel fallen, denn inzwischen bahnte sich am Nachbarbrett bereits die Führung für die Schweizer durch den Sieg von Dragomir Vucenovic an, der seinen Kontrahenten Jose Dominguez nicht nur auf dem Brett, sondern auch auf der Uhr überspielt hatte. Ein plötzlicher Black-Out ihres Flaggschiffs Kortschnoi brachte die Schweizer jedoch um den Lohn einer kämpferischen Leistung im bisherigen Turnierverlauf. Der 73-jährige Weltklasse-Mann ließ die Uhr herunterlaufen, warf noch einen Zug aufs Brett, um kurz darauf mit erschrockenem Blick die Zeit zu überschreiten – Aus, 2:2 zwischen den Eidgenossen und den Kataloniern.
Das war zuerst die Gelegenheit für die punktgleichen Hessen, alleine die Führung zu übernehmen. Die Mitteldeutschen erwischten jedoch ihren schlechtesten Tag im Turnier, so dass bereits frühzeitig eine Niederlage gegen den Mitfavoriten St. Petersbrug abzusehen war. Viktor Turikov und Stanislav Krylov hießen am Ende die Sieger auf Seiten der Russen, die ihr Team durch den Sieg wieder in Reichweite der Medaillenränge brachte.
So konnte Deutschland die Chance nutzen, plötzlich wieder in Führung zu gehen und sich die beste Ausgangsposition im Kampf um die Titelverteidigung zu sichern. Zwar leistete die Schachgemeinschaft Leipzig harten Widerstand, jedoch konnte sich Burkhard Malich gegen Bernhard Dorawa durchsetzen und das knappe 2,5:1,5 seines Teams abzusichern.



Gerd Appelt konnte die Niederlage von DBAG III nicht vermeiden
Spannende Medaillenkämpfe in der Schlussrunde erwartet

Die Hahnenkämpfe im Rennen um den Titel gaben einigen Teams wieder die Gelegenheit sich in Reichweite der Medaillenränge zu spielen. Großbritannien blieb im Verfolgerduell mit President Sieger, da Geoffrey James und Michael Macdonald voll punkten konnten. Die Briten gehören damit zu dem Quartett, das nur einen Zähler Rückstand auf die Spitze aufweist.
Einen weiteren Zähler dahinter rangieren nunmehr Berlin, Österreich und die georgischen Frauen, die allesamt mit 2,5:1,5 Sieger blieben. Bei den Georgierinnen musste gegen den Salzburger Klaus Opl die Ex-Weltmeisterin Nona Gaprindaschwili eine Niederlage hinnehmen. Für Berlin war Harald Lieb gegen Großbritannien II der einzige Sieger, während Emil Bukacek für Österreich gegen Baden voll punktete.
Für die einheimischen Teams musste BSW Lok Dresden eine herbe Niederlage mit 0,5:3,5 gegen Norwegen hinnehmen, wobei einzig Jahja Eskandary ein Unentschieden glückte. Dagegen hatte der Dresdner SC mit Widukind einen leichteren Gegner, was die Männer aus Elbflorenz durch Erfolge von Wolfgang Lenk und Hans Petzold zu einem 3:1-Erfolg zu nutzen wussten. Zu ihrem ersten Sieg kamen die Männer und Frauen vom Seniorenclub Dresden, die sich im stadtinternen Duell durch den Erfolg von Dieter Mann mit 2,5:1,5 gegen die DBAG III durchsetzten.



Dragomir Vucenovic rettete mit Dauerschach das Remis
Titelverteidiger verpasst Siegchance
Runde 6 am Mittwoch, dem 23.02.2005

Die Spannung vor der sechsten Runde erreichte den Höchststand im Treff-Hotel, denn das lange erwartete Duell zwischen Titelverteidiger Deutschland und dem wichtigsten Konkurrenten Schweiz stand auf der Bühne an. für den deutschen Auswahl-Betreuer Klaus Gohde ließ sich der Wettkamph gut an, denn nach einer Punkteteilung zwischen Klaus Klundt und Hans Karl brachte Burkhard Malich seine Mannschaft in Führung. Auch Hans-Joachim Hecht und Wolfgang Uhlmann mit den schwarzen Steinen gegen Weltklasse-Mann Viktor Kortschnoi erreichten gute Positionen. Zuerst war es jedoch der Dresdner Uhlmann, der eine gute Chance ausließ und in der Folge mit knapper werdender Zeit und Druck des Schweizers die gute Position mehr und mehr entgleiten ließ. Am Ende durfte sich Kortschnoi als Ausnahmeerscheinung der Eidgenossen (5,5 Punkte aus sechs Runden!) als Retter feiern lassen, denn auch Dragomir Vucenovic schaffte bei knapper Zeit von Hecht das wichtige Dauerschach, was dem Spitzenreiter das 2:2-Unentschieden rettete und die Führung bewahrte.
Als harter Konkurrent etablierte sich jedoch Hessen, das mit 2,5:1,5 sicherer Sieger gegen Großbritannien blieb. Peter Staller war der einzige Sieger für die Mitteldeutschen, die den Sprung an die Spitze schafften.



Das sächsische Duell SG Leipzig (rechts) gegen DSC
Rodriguez punktet voll für Katalonien

Neben Deutschland rangiert nunmehr auch Catalonia einen Punkt hinter den Führenden und wahrte seine Medaillenchancen durch ein 2,5:1,5 gegen Salzburg. Dabei erwies sich erneut Orestes Rodriguez als zuverlässiger Punktesammler für die Spanier und dürfte am Spitzenbrett auch für Kortschnoi ein ernstzunehmender Gegner werden. Den Iberern, die bereits gegen Deutschland ein 2:2-Unentschieden erreichten, könnte am ehesten eine Überraschung zuzutrauen sein, die das Gefüge an der Spitze noch eins Wanken bringt.
Weitere drei Teams liegen mit Außenseiterchancen auf eine Medaille in Lauerstellung. Während St. Petersburg durch den Erfolg von Viktor Turikov zu einem 2:2 gegen Berlin kam, für das Friedrich Baumbach siegreich blieb, setzten sich die Schachgemeinschaft Leipzig und das Team President jeweils knapp mit 2,5:1,5 durch. Die Leipziger profitierten im sächsischen Duell gegen den Dresdner SC dabei von einem Sieg ihres Seniors Bernhard Dorawa, der Hans Petzold bezwingen konnte.
Neben dem DSC kann daher nunmehr auch keine weitere einheimsche Mannschaft in den Kampf um die Medaillen eingreifen. BSW Lok Dresden hatte schon zu großen Rückstand, blieb aber heute deutlich mit 3,5:0,5 gegen Italien Sieger. Die sächsische Auswahl unterlag dagegen mit 1,5:2,5 gegen Großbritannien II. Der Dresdner Johannes Hampel blieb dabei der einzige Sieger. Gleiches gilt für Roland Scholze, der für DBAG III beim 1:3 gegen Norwegen erneut punkten konnte.



Viktor Turikov holte als erster ein Remis gegen Viktor Kortschnoi
Kortschnoi und Uhlmann können nicht gewinnen
Runde 5 am Dienstag, dem 23.02.2005

Diesmal mussten die Mannschaftskollegen der Vorkämpfer der beiden Spitzenteams in die Bresche springen. Auf der Bühne kämpfte Wolfgang Uhlmann mit der deutschen Nationalmannschaft vergeblich um den Sieg gegen Hessen. Bereits frühzeitig gab der Titelkverteidiger die beiden Schwarzpartien unentschieden, da sich Klaus Klundt einen Vorteil herausspielen konnte. Diesen setzte er zwar sicher zum Sieg um, aber Lokalmatador Uhlmann geriet in eine schwierige Lage am Spitzenbrett gegen Franz Stimpel. Der Hesse spielte mit den schwarzen Steinen seinen Vorteil konzentriert aus und zwang den Großmeister schließlich im Endspiel in die Knie, so dass sich seine Mannschaft über die zweite Punkteteilung gegen einen der beiden „Großen“ freuen konnte.
Auch Viktor Kortschnoi kam zum ersten Mal im Turnier über eine Punkteteilung gegen Viktor Turikov für St. Petersburg nicht hinaus, da er im Endspiel trotz Mehrbauer eine aussichtsreiche Siegchance verpasste. Jedoch sorgten Hans Karl und etwas glücklich auch Edwin Bhend – sein Kontrahent Stanislav Krylov schaffte zwar mit einer Sekunde auf der Uhr die Zeit, ließ jedoch dabei eine Figur einstehen – für den knappen 2,5:1,5-Erfolg der Eidgenossen, die damit allein die Spitzenposition übernahmen.



Blick auf die hinteren Bretter des Turniersaals
Briten Sieger im Verfolger-Duell

Mit einem Punkt Rückstand auf die Spitze konnte der Sieger des Verfolger-Duells zwischen Großbritannien und dem Dresdner SC Tuchfühlung halten. Dies gelang den Männern von der Insel, die ihre Überlegenheit an den hinteren Brettern ausspielten und die Einheimischen durch Erfolge von John Wheeler und Michael Macdonald-Ross mit 3:1 bezwangen.
Im vorderen Mittelfeld blieben Catalonia deutlich mit 3,5:0,5 gegen Brandenburg und durch ein knappes 2,5:1,5 gegen Baden auch das Salzburger Team siegreich. Dagegen trennten sich die Schachgemeinschaft Leipzig und Berlin bei vier Unentschieden mit 2:2, was keinem beim Sturm auf die Spitze weiterhelfen konnte.
Ein schönes Resultat gelang der Sachsen-Auswahl, die gegen die Auswahl Österreichs ohne ihren Spitzenmann Heinz Baumgartner zu einem 2:2-Unentschieden kam. Siegfried Landgraf und Helmut Schröter waren die Sieger für die Männer aus dem Freistaat. Dagegen musste sich BSW Lok Dresden knapp mit 1,5:2,5 dem Team President geschlagen geben. Für die Eisenbahner blieb als einziger Spieler Wolfgang Meier siegreich.



Edwin Bhend rettete mit einem Remis das 2:2 der Schweizer gegen Hessen
Hessen und Schweiz trennen sich Remis
Runde 4 am Montag, dem 21.02.2005

Für Spannung an der Spitze sorgte das sehr stark aufspielende hessische Team, das den favorisierten Schweizern im direkten Duell ein Unentschieden abnahm und dafür sorgte, dass zur Halbzeit des Turniers ein Quartett an der Spitze liegt. Ferdinand Niebling brachte die Hessen sogar in Front, die trotz der Niederlage von Franz Stimpel gegen den überragenden Viktor Kortschnoi (O-Ton des Weltklassemannes: „Sie haben aber trotzdem gut gespielt, nur in der Eröffnung Vorteil verpasst...“) lange auf einen Sieg hoffen konnten. Jedoch verteidigte Edwin Bhend zäh eine schlechte Stellung gegen Reinhard Zunker und erreichte eine wichtige Punkteteilung, die das 2:2-Unentschieden sicherte.
„Das war keine Entspannung heute zuzuschauen, trotz des klaren Ergebnisses am Ende...“, meinte Hans-Joachim Hecht scherzhaft zu seinem deutschen Team-Kapitän Klaus Gohde. Damit hatte der Großmeister sicher recht, der selber gegen Nana Alexandria in inzwischen vorteilhafter Stellung wegen Zeitüberschreitung gewann. Zwar kam Wolfgang Uhlmann über eine Punkteteilung gegen Ex-Weltmeisterin Nona Gaprindaschwili nicht hinaus, aber Klaus Klundt sicherte bereits den Sieg der Deutschen. Mit viel Ausdauer und Kampfgeist erhöhte Burkhard Malich sogar noch auf 3,5:0,5 für den Titelverteidiger, der zur Spitze aufschließen konnte.
Gleiches gelang St. Petersburg durch ein 2,5:1,5 gegen Catalonia, wobei Boris Vager und Stanislav Krylov den Sieg den Spaniers Jaume Anguera wettmachen konnten. Damit liegen die vier topgesetzten Teams gemeinsam an der Spitze, so dass noch spannende Duelle zu erwarten sind. Zunächst stehen die Begegnungen Schweiz gegen St. Petersburg und Hessen gegen Deutschland auf der Ansetzungsliste.



Uhlmann und Gaprindaschwili trennten sich im GM-Duell unentschieden
Erneuter Coup durch Dresdner SC

In unmittelbarer Verfolgung der Spitzenreiter findet sich neben Großbritannien I das überraschend gut aufspielende DSC-Team. Die Gastgeber-Vertretung setzte sich gegen Norwegen mit 2,5:1,5 durch und profitierte von einem Weißsieg von Manfred Kahn gegen Vidar Taksrud, während seine Mannschaftskollegen gegen die stärker eingeschätzten Nordländer Punkteteilungen erkämpfen konnten.
Die Schachgemeinschaft Leipzig kam dagegen gegen Salzburg nur zu einem 2:2, da Gottfried Braun und Berhard Dorawa die Niederlagen ihrer Mannschaftskollegen bloß egalisieren konnten.
Zu Erfolgen kamen auch BSW Lok Dresden und die Sachsen-Auswahl. Die Eisenbahner blieben gegen Großbritannien III durch die vollen Punkte von Jahja Eskandary und Günther Koksch mit 2,5:1,5 siegreich, während beim 3:1 der Männer aus dem Freistaat gegen Norwegen II Siegfried Landgraf und Johannes Hampel siegreich blieben.
Für die nur mit Dresdnern besetzte Mannschaft DBAG III gab es einen Rückschlag, wobei der Dresdner Seniorenmeister Roland Scholze erneut den einzigen halben Zähler erspielen konnte.



Heute ohne Chance gegen die Schweizer: Großbritannien I mit Keith Richardson an Brett 1
Kortschnoi glänzt mit drittem Sieg
Runde 3 am Sonntag, dem 20.02.2005

Als bester Spieler des Turniers erweist sich mit starken Partien bisher Viktor Kortschnoi und könnte damit erstmals zum Unterpfand eines internationalen Titels der Schweizer werden. Die Eidgenossen zeigten auch heute keinerlei Schwächen gegen Großbritannien und gewannen sicher mit 3:1. Dem Sieg von Kortschnoi gegen Keith Richardson ließ Dragomir Vucenovic einen zweiten vollen Punkt folgen, nachdem sein Kontrahent Geoffrey James im Bemühen um den Ausgleich sein Endspiel überzog. Einen sicheren 3:1-Erfolg landete auch Hessen, für das an den hinteren Brettern Reinhard Zunker und Ferdinand Niebling erfolgreich waren. Gespannt werden die Zuschauer im Treff-Hotel darauf warten, wie morgen der direkte Vergleich der beiden Spitzenreiter ab 9.30 Uhr enden wird.
Ein etwas zu deutlich ausgefallener Erfolg gelang dem Titelverteidiger Deutschland, der gegen den bisher überraschend stark aufspielenden Dresdner SC mit 3,5:0,5 siegreich blieb. Während Wolfgang Uhlmann seinen früheren Vereinskollegen und jetzt in der Nähe von München wohnhaften Gerhard Schmidt überspielte, hatte Hans-Joachim Hecht im Vergleich mit Wolfgang Lenk bei seinem Sieg etwas Glück, und auch Burkhard Malich kam aus ausgeglichener Position gegen Hans Petzold zu seinem Sieg.



Jose Dominguez Rueda gewann heute mit Katalonien, hinten Jaume Anguera
Mitfavoriten in Lauerstellung

Zurück im Titelkampf sind auch weitere Mitfavoriten, die gestern allesamt siegreich blieben. St. Petersburg behauptete sich im Vergleich mit dem Team President mit 3:1, wobei Viktor Turikov, Evgeni Golcman und Stanislav Krylov den Verlust von Boris Vager ausglichen. Für Catalonia blieben beim 2,5:1,5 gegen die DBAG I Spitzenbrett Orestes Rodriguez und Jaume Anguera erfolgreich und wahrten einen Zähler Rückstand auf die Spitze. Auch die Schachgemeinschaft Leipzig erspielte sich einen sicheren 3:1-Erfolg gegen die Kurpfalz.
Die Chancen auf eine erneute Überraschung gegen die georgischen Frauen konnte BSW Lok Dresden leider nicht wahrnehmen. Die Einheimischen gingen zwar durch den Erfolg von Günther Koksch in Führung, aber Ex-Weltmeisterin Nona Gaprindaschwili und Tamar Khmiadaschwili schafften einen knappen 2,5:1,5-Sieg für die Mitfavoritinnen.
die Sachsen-Auswahl unterlag dagegen dem starken Team aus Norwegen mit 1:3, wobei sich Johannes Hampel und Friedbert Mückan geschlagen geben mussten.



Das erste Großmeister-Duell mit Orestes Rodriguez am Zug
Uhlmann Verlierer im GM-Duell
Runde 2 am Sonnabend, dem 19.02.2005

Ein erster Höhepunkt des Turnieres stand bereits in Runde zwei der Europäischen Senioren-Mannschaftsmeisterschaft auf dem Plan: das erste Großmeister-Duell zwischen dem Spanier Orestes Rodriguez und der Dresdner Schach-Legende Wolfgang Uhlmann. Da sich frühzeitig Burkhard Malich unentschieden getrennt hatte und Klaus Klundt für die deutsche Führung sorgte, musste Rodriguez siegen, um noch den Ausgleich für sein Team Catalonia zu besorgen. In einem Damen-Endspiel waren die Bauern des Spaniers zu stark, so dass sich Uhlmann zum Endstand von 2:2 geschlagen geben musste – der erste Punktverlust für den Titelverteidiger bereits in Runde zwei!
Aber auch der schärfste Konkurrent Schweiz hatte mit den Österreichern keinen leichten Gegner zu besiegen. Zwei schnelle Punkteteilungen fokussierten das Geschehen vor allem auf das Brett von Viktor Kortschnoi, der mit einem Qualitätsopfer Heinz Baumgartner in die Schranken weisen konnte. Dragomir Vucenovic sicherte den knappen 2,5:1,5-Erfolg für die Eidgenossen durch ein Unentschieden ab.
Ebenfalls ein 2,5:1,5 gelang Hessen gegen Norwegen. Die Mitteldeutschen profitierten von einem Erfolg von Franz Stimpel gegen IM Svein Johannessen. Damit liegen nur noch zwei der topgesetzten Teams ohne Punktverlust mit an der Spitze.



Berlin mit überraschend deutlicher Niederlage, vorne Adolf Delander
Starker DSC sorgt für Überraschung

Eine Überraschung gelang dagegen dem Dresdner SC. Ein Erfolg von Hans Petzold stellte die Weichen im Duell mit dem georgischen Frauen-Team, das nach einem Zeitnot-Fehler von Nana Alexandria gegen Wolfgang Lenk weiter ins Hintertreffen geriet. Zwar schaffte Ex-Weltmeisterin Nona Gaprindaschwili nochmals den Anschluss für die Frauen aus dem Kaukasus, aber Peter Kahn besiegelte den überraschenden 3:1-Erfolg für das Gastgeber-Team. Noch deutlicher fiel die Niederlage der favorisierten Berliner gegen Salzburg aus, für die Klaus Opl, Arthur Stürzenbaum und Herbert Titz siegreich blieben. Schließlich setzte sich auch Großbritannien gegen die Schachgemeinschaft Leipzig durch, für die zumindest Manfred Böhnisch von einer Zeitüberschreitung seines Kontrahenten profitierte und den Ehrenpunkt beim 1,5:2,5 holte. Damit sind morgen spannende Duelle in Runde drei zu erwarten, wenn die Überraschungsteams des heutigen Tages auf die verbliebenen Favoriten treffen.
Die ersten Erfolge des Turniers gab es auch für BSW Lok Dresden und die Sachsen-Auswahl. Wolfgang Meier, Jahja Eskandary und Günther Koksch punkteten voll gegen das Team Widukind und sorgten für ein 3:1 der Eisenbahner. Für Sachsen musste nur Siegfried Landgraf gegen Johannes Stavenhagen einen halben Punkt abgeben. Mit einem 3,5:0,5 rangiert die Auswahl des Freistaats wieder im Mittelfeld.



Denkerpose von Viktor Korchnoi
Uhlmann und Korchnoi im Gleichschritt
Runde 1 am Freitag, dem 18.02.2005

Klare Favoritensiege beherrschten zum Auftakt der Senioren-Mannschafts-Europameisterschaft, traditionell im Treff-Hotel Dresden ausgetragen, die Szenerie im Feld der letzlich 32 gestarteten Team. Statt mit Startschwierigkeiten zeigten sich die Titelanwärter in bester Spiellaune und schafften einen guten Auftakt in das achtründige Turnier.
Zwischenzeitlich etwas Schwierigkeiten schien nur der Titelverteidiger Deutschland auf der Bühne im Duell mit Großbritannien II zu haben. Nach einem Unentschieden zwischen den Titelträgern Hans-Joachim Hecht und Robert Wade brach erst ein etwas glücklicher Erfolg von Burkhard Malich nach einem riskanten Opfer gegen Stewart Reuben den Bann. Klaus Klundt und später auch mit einer geduldigen Endspiel-Leistung Wolfgang Uhlmann am Spitzenbrett gegen Julian Farrand erhöhten auf das standesgemäße Resultat von 3,5:0,5. Mehr zu überzeugen wusste der große Titel-Kontrahent Schweiz, der im Sog ihres Zugpferdes Viktor Korchnoi, der sich gegen Günther Walter behauptete, zu einem 4:0 gegen Brandenburg kam. Mit viel Spaß am Brett behielt auch die georgische Frauen-Auswahl eine weiße Weste gegen Sachsen. Während Tamar Khmiadashvili und Alla Chaikovskaia sicher gewannen, musste vor allem Ex-Weltmeisterin Nona Gaprindaschvili am Spitzenbrett gegen den mehrfachen Sachsenmeister Siegfried Landgraf etwas zittern.



Freude am Spiel: Georgiens Frauen gewannen 4:0
Ersatz-Russen wackeln

Die anstelle des dreimaligen Siegers Moskau nun in die Rolle des dritten Titelanwärters gerutschte Vertretung aus St. Petersburg hatte dagegen keinen glücklichen Wettkampf gegen das Team aus der Kurpfalz. Nach einer Niederlage von Boris Vager konnte zwar Stanislaw Krylov ausgleichen, aber die beiden Spitzenbretter der Russen kamen über Unentschieden nicht hinaus, so dass diese Erstrunden-Begegnung mit einem überraschenden Unentschieden endete. Dagegen behauptete sich die Schachgemeinschaft Leipzig mit 3,5:0,5 gegen die erstmal in Dresden an den Brettern aktive italienische Auswahl.
Aus Dresdner Sicht traf BSW Lok auf den starken Kontrahenten Hessen und musste sich mit 1:3 geschlagen geben. Manfred Schwier und Wolfgang Meier, die beiden Spitzenbretter, mussten sich dabei gegen den Vertreter aus Mitteldeutschland geschlagen geben. Der Dresdner SC setzte sich dagegen deutlich mit 4:0 gegen Großröhrsdorf/BSW Lok durch, wird allerdings in der morgen früh um 9.30 Uhr startenden zweiten Runde einen stärkeren Gegner bekommen.



News
13.08.2010
Am 18. September 2010 findet das Open Integration Dresden statt. Dazu ist die Ausschreibung veröffent- licht.
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