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1st World Chess Games of Disabled Dresden 2011
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Die besten Drei (vlnr): Ehsan Ghaem Maghami (3.), Sieger Vadim Malakhatko, Thomas Luther (2.)
Dramatik auf den 64 Feldern
Finale, 31.Juli 2005

Dass Schach kein Sport für alte Herren und schwache Nerven ist, zeigte sich beim Finale des ZMD-Opens im Treff-Hotel. Dort trafen Thomas Luther und Vadim Malakhatko aufeinander, die sich in den K.O.-Duellen bis zur letzten Runde behaupten konnten. Nach einer schnellen Punkteteilung in der erste Partie wurde die Spannung auf die Spitze getrieben. Das zweite Duell im Tiebreak begann bereits unter den Augen von mehr als 50 interessierten Zuschauern, die nach einer Eröffnungsüberraschung vor allem den Ukrainer im Vorwärtsgang sahen. Luther verteidigte sich jedoch mit den weißen Steinen zäh und rechnete in einem spannenden Endspiel mit wenigen Sekunden auf der Uhr genau genug, um sich die erneute Punkteteilung zu sichern. Mit dem Blitzschach-Entscheid hatte der Erfurter Luther bereits in den vorigen Runden Erfahrungen sammeln können und dort stets glücklich die Qualifikation geschafft. Diesmal führte der frühere Nationalspieler die weißen Steine und musste damit gewinnen. Er kam jedoch nicht richtig in die Partie und musste nach knapp fünf Minuten seinem Gegenüber die Hand zur Aufgabe und gleichzeitig zur Gratulation zum Turniersieg reichen. Der Sieger Malakhatko durfte sich über den Pokal und 4.000 Euro freuen, für den geschlagenen Luther, der trotzdem mit seinem Turnier überaus zufrieden war, blieben noch 2.500 Euro Prämie.



Wolfgang Uhlmann gewann die Kategorie 2300-2450 vor Dimo Werner
Kampf um Bronze gewinnt Iraner

Zwei Iraner sorgte für besondere Spannung im Kampf um den dritten Platz. Während Ehsan Ghaem Maghami gern mit Jens-Uwe Maiwald die Punkte geteilt hätte, nach der Ablehnung des Dresdners und zwei Ungenauigkeiten jedoch zum Gewinnen „verdammt“ war, kämpfte auch sein Landsmann Elshan Moradiabadi bis zur letzten Sekunden um die Sieg gegen Dimo Werner. Der Deutsche nutzte ein schweres Übersehen seines Kontrahenten, um dessen Hoffnungen auf Bronze zu zerstören. Auf schnelle Punkteteilungen einigten sich dagegen Klaus Bischoff und Lokalmatador Wolfgang Uhlmann sowie Evgeny Postny und Roman Slobodjan. Alle vier hofften auf die beste Wertung, die schließlich den Altmeister Uhlmann auf Rang sieben brachte. Der 70-Jährige zeigte sich vollauf zufrieden mit seiner Leistung: „Ich hatte am Ende sehr starke Gegner. Besonders auf den Sieg gegen den Top-Mann Sasikiran bin ich stolz, 7,5 Punkte sind da aller Ehren wert.“
Maiwald, dessen Gewinnbemühungen leider nicht von Erfolg gekrönt waren, musste sich am Ende mit Rang 16 zufrieden geben. Nur vier Plätze dahinter rangiert in der Schlusstabelle Volker Seifert, der in der letzten Runden nicht gegen Thomas Füllgrabe gewinnen konnte. Besser machten es Cliff Wichmann (37.) und Maria Schöne. Das Großröhrsdorfer „Cover-Girl“ des ZMD Schachfestival gewann die letzte Runde gegen Andre Stabolewski und kam hinter Malakhatkos Ehefrau Anna Zozulia als zweitbeste weibliche Teilnehmerin ein. Einen starken Abschluss des Turniers feierte schließlich Boris Rozov, der gegen Thomas Mahling seinen sechsten Punkt holen konnte.



Thomas Luther kam nach dramatischem Kampf weiter
Luther erneut in der Verlängerung
Halbfinale, 30.Juli 2005

Die Spannung im Treff-Hotel steigert sich zum Ende hin: Nicht nur waren zwei spannende Halbfinals zu verfolgen, sondern auch an den folgenden Brettern sollten interessante Duelle ausgespielt werden.
Nach einem ausgeglichenen Verlauf beendeten zuerst Thomas Luther und Evgeny Postny ihre Halb-Finalpartie mit einer Punkteteilung. Beide mussten damit in den Tiebreak im Schnellschach, wo der Israeli Postny mit den weißen Steinen auf den Sieg drängte. Aber auch diese Partie endete remis, so dass erneut die Blitzpartie die Entscheidung bringen musste. Auch dort war lange Zeit der mit Weiß zum Gewinnen verpflichtete Postny am Drücker, übersah aber im Sekundengefecht eine Springergabel und musste unglücklich seine Träume vom Sieg begraben.
Bereits in der ersten Partie fiel dagegen zwischen der Vorjahresfinalisten Roman Slobodjan und dem Ukrainer Vadim Malakhatko eine Entscheidung. Slobodjan geriet in starke Zeitnot und verlor aus leicht vorteilhafter Position einen Bauern. Im Endspiel nutzte der ehemalige ukrainische Nationalspieler kleinere Ungenauigkeiten des deutschen Kontrahenten zu einem wichtigen Sieg, der ihm die Siegchance im morgigen Finale beschert.



Ilja Zaragatski verlor heute überraschend
Uhlmann glänzt mit Sieg

Hinter den vier Halbfinalisten ging es „nur“ noch um Platz drei, um den nichtsdestotrotz hart gerungen wurde. Besonders Wolfgang Uhlmann war mit den weißen Steinen gegen die indische Nummer eins der Setzliste, Krishnan Sasikiran, nicht gewillt, nur auf Remis zu spielen. Er unterstrich seine gute Verfassung im Turnier mit einem beeindruckenden Erfolg gegen den jungen Weltklassemann. Dagegen konnte sich Mitfavorit Ehsan Ghaem Maghami aus dem Iran sich eines anderen Dresdners erwehren. Volker Seifert musste mit den schwarzen Steinen nach einem dicken Fehler die Waffen strecken. Mit dem Dresdner Jens-Uwe Maiwald, Nationalspieler Klaus Bischoff und Elshan Moradiabadi gewannen auch die anderen Großmeister ihre Begegnungen und bewahrten sich eine hervorragende Ausgangsposition im morgigen Kampf um Bronze.
Für eine Überraschung im Verfolgerfeld konnte der Pole Maciej Swicarz sorgen, der sich mit Weiß gegen Ilja Zaragatski (Bochum) durchsetzte. Der bosnische Spitzenspieler Suat Atalik konnte sich sicher gegen Klaus Jürgens durchsetzen. Mit sechs Punkten hat er jedoch keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung, er liegt punktgleich mit dem Dresdner Jakov Loxine (heute Sieger gegen Frank Opitz) einen Punkt hinter der Spitze. Eine weitere Niederlage musste auch das Festival-„Covergirl“ Maria Schöne einstecken, die gegen den Polen Jerzy Struk unterlag.



Volker Seifert gewann eine gute Partie gegen Arnd Lauber
Böse Überraschung für Atalik

Die aus dem K.O.-System Ausgeschiedenen setzten den Kampf um Platz drei im Schweizer System fort. Dabei zeigte sich Ehsan Ghaem Maghami mit den schwarzen Steinen gegen Wolfram Heinig von seinem Aus gegen Landsmann Moradiabadi mit einem Sieg gut erholt. Sand im Getriebe war dagegen bei Suat Atalik. Der Bosnier konnte eine gute Position gegen Manfred Glienke aus Berlin nicht zum vollen Zähler verwerten.
Aus Dresdner Sicht kämpften Jens-Uwe Maiwald und Volker Seifert lange um den Verbleib in der Spitzengruppe. Maiwald konnte seinen materiellen Vorteil gegen Maximilian Meinhardt schließlich zum vollen Zähler umsetzen. Auch Volker Seifert fand im Endspiel den richtigen Weg, die Verteidigung von Arnd Lauber (Delmenhorst) zu überwinden und erspielte sich gegen den starken Kontrahenten den Sieg.
Mit einem Zähler Rückstand rangiert nach einem Sieg gegen Außenseiter Mario Noack Jakox Loxine (Dresdner SC) im Vorderfeld. Auch Maria Schöne gewann ihre Partie gegen den Erfurter Cliff Walther und kommt auf fünf Zähler. Dagegen unterlag Cliff Wichmann gegen Udo Hoffmann (Heinsberg).



Klaus Bischoff und Roman Slobodjan mussten zweimal in die Verlängerung
Viertelfinal-Aus für Altmeister
Viertelfinale, 29.Juli 2005

Eine Stunde sitzende Tätigkeit am Schachbrett war für den Israeli Evgeny Postny an diesem Viertelfinaltag beim ZMD-Open nur erforderlich, um die Qualifikation für die Runde der letzten Vier einzufahren. Sein Kontrahent, Elshan Moradiabadi aus dem Iran, musste wegen einer Erkrankung passen und musste die Partie kampflos verloren geben. Schade für die Zuschauer, die damit nur drei Duelle im Viertelfinale zu sehen bekamen. Dort entschädigten allerdings Topfavorit Krishnan Sasikiran und Thomas Luther mit einem spannenden Gefecht. Zwar hatte der Inder einen starken Freibauern, behielt jedoch den König im Zentrum. Das erlaubte Luther mit den schwarzen Steinen schließlich ein Dauerschach, durch das er seinen indischen Gegenüber in die Schnellschach-Entscheidung zwingen konnte. Ebenfalls eine zweite Partie war zwischen Klaus Bischoff und Roman Slobodjan erforderlich, bei denen das Gleichgewicht niemals wesentlich gestört war. Sehr zügig spielten Vadim Malakhatko und Altmeister Wolfgang Uhlmann ihre Partie. Der Ukrainer behielt ein vorteilhaftes Endspiel, das er gegen den Widerstand des Lokalmatadors zum Sieg führen konnte. Ein Ausscheiden, das Wolfgang Uhlmann mit einem lachenden Auge sehen wird. Erneut konnte der 70-Jährige in Dresden eine tolle Leistung abliefern und eine tolle Ausgangsbasis für den Kampf um Platz drei erarbeiten.
In den live übertragenen Schnellschach-Partien entwickelten sich ausgeglichene Duelle. Zwischen Bischoff und Slobodjan wurde der Punkt erneut geteilt, so dass die Entscheidung im Blitz fallen musste. Dort war schließlich der mit den schwarzen Steinen spielende Slobodjan nach dem dritten Remis der Glückliche. Auch Luther konnte seinen Mehrbauern gegen Sasikiran nicht verwerten, so dass die Entscheidung durch eine überraschende Zeitüberschreitung des kleinen Inders im Blitz fiel.



Wolfgang Uhlmann (vorn) kam weiter, ebenso Evgeny Postny, Sasikiran beobachtet
Sasikiran grübelt sich unter die letzten Acht
Achtelfinale, 28.Juli 2005

Als erster der Anwärter auf den Turniersieg, die sich im Achtelfinale noch im K.O.-Rennen befanden, hatte Krishnan Sasikiran seine Partie beendet. Gegen Jens-Uwe Maiwald bekam die Nummer eins der Setzliste aus Indien schnell eine bequeme Position, während die größte Dresdner Hoffnung die entstehenden Probleme nicht in den Griff bekam und nach 32 Zügen die Waffen strecken musste. Besser machte es der Dresdner Altmeister Wolfgang Uhlmann, der Suat Atalik aus Bosnien keinen Vorteil ließ und zu einer sicheren Punkteteilung kam. Für die beiden Altmeister musste damit ebenso die Entscheidung in der Schnellschach-Partiue fallen wie im iranischen Duell der beiden Großmeister Ehsan Ghaem Maghami und Elshan Moradiabadi. Auch Klaus Bischoff musste sich in seiner Begegnung mit Dieter Pirrot mit einem Remis zufrieden geben.
Zu sicheren Erfolgen kamen dagegen die beiden Deutschen Thomas Luther und Roman Slobodjan. Der frühere Deutsche Meister Luther behielt gegen Dimo Werner die Oberhand, während Slobodjan sich gegen Mathias Holzhäuer durchsetzen konnte. In einem spannenden Duell zwischen Evgeny Postny und Stanislaw Zawadzki hatte der favorisierte Isreali nach einem Zeitnotfehler seines Kontrahenten aus Polen das bessere Ende für sich und schaffte den Einzug in die Runde der letzten Acht.



Für Suat Atalik kam gegen Uhlmann das überraschende Aus
Spannende Schnellschach-Entscheidungen

Im den Schnellschach-Partien entstanden interessante Duelle. Besonders Lokalmatador Wolfgang Uhlmann spielte mit den schwarzen Steinen eine gute Partie gegen Atalik und hielte die Trümpfe für den Einzug ins Viertelfinale wie im Vorjahr in der Hand. Im Endspiel musste der an Drei gesetzte Bosnier schließlich aufgeben. Ebenfalls die Oberhand behielt Klaus Bischoff gegen Dieter Pirrot. Ein packendes Gefecht lieferten sich die beiden Iraner Maghami und Moradiabadi, welches nach einem erneuten Remis in die Blitzschach-Partie ging, in der eine Entscheidung fallen musste. Dort gab es erneut Diskussion, aber am Ende war Elshan Moradiabadi der Glücklichere von beiden.
Keine größeren Überraschungen gab es in den Partien der aus dem Kampf um den Turniersieg Ausgeschiedenen. Die besten Chancen behielt drei Runden vor Schluss zunächst Volker Seifert, der sich gegen den Erfurter Cliff Walther durchsetzen konnte. Dagegen kam Cliff Wichmann nur zu einer Punkteteilung gegen Albrecht Weidel (Ravensburg). Niederlagen gegen höher eingeschätzte Kontrahenten mussten Jakov Loxine (Dresdner SC) gegen Arnd Lauber und die Großröhrsdorferin Maria Schöne hinnehmen. Da aber auch die Ukrainerin Anna Zozulia nur zu einem Remis kam, behält die Abiturientin gute Chance auf den Preis der besten weiblichen Teilnehmerin.



Klaus Bischoff hatte einen schweren Stand
Schwere Partien für die Favoriten
5. Runde, 27.Juli 2005

Nicht mehr ohne Probleme konnten die Favoriten die 5. Runde beim ZMD-Open hinter sich bringen. Von den live ins Internet übertragenen Partie siegte nur Evgeny Postny relativ problemlos, nachdem er frühzeitig Materialvorteil erspielt hatte. Ein leichtes Materialübergewicht reichte dagegen Klaus Bischoff nicht zu Sieg. Er musste gegen Christian Hess ebenso mit einem Remis zufrieden sein wie Ehsam Ghaem Maghami, der nach souveränen Auftritten in den ersten Runden diesmal gegen Maximilian Meinhardt nur mühsam zu einer Punkteteilung kam. Keinen Vorteil konnte sich auch Vadim Malakhatko gegen den 19-jährigen Dresdner Volker Seifert erspielen. Der junge Mann zwang den Favoriten mit einem Remis ebefalls in die Entscheidungspartie.
Die konnten nach langem Kampf Krishnan Sasikiran und Suat Atalik vermeiden. Der Inder spielte eine scharfe Partie gegen Thilo Kabisch, in der er scheinbar schon wie der Sieger aussah. Sein Gegner zwang den Topfavoriten aber in ein Endspiel, in dem für den Sieg noch viel Arbeit und Genauigkeit vonnöten war. Suat Atalik opferte in der Zeitnotphase optimistisch Material, für das er nur einen Freibauern im Endspiel erhielt. Letztlich hatte der Bosnier aber doch richtig kalkuliert, denn er behielt nach fünfeinhalb Stunden die Oberhand gegen Wolfram Heinig. Ebenfalls bereits in der ersten Partie den Sprung ins Achtelfinale schafften Nationalspieler Thomas Luther und der zweite Iraner, Elshan Moradiabadi.



Spannende Gefechte im Schnellschach
Uhlmann bleibt weiter im Geschäft

Wolfgang Uhlmann konnte nach der Eröffnung gegen Jürgen Brustkern keinerlei Vorteil reklamieren. Stück für Stück sammelte er im Laufe der Partie jedoch kleine Vorteile an, die er mit einem schönen Manöver im Endspiel zum vollen Punkt umwandeln konnte. Erneut scheint sich der Altmeister bei seinem Heim-Turnier pudelwohl zu fühlen und schaffte als erster Dresdner den Sprung ins Achtelfinale, wo einer der Titelfavoriten auf Uhlmann wartet. Die Chance dazu hatte auch noch drei weitere Spieler aus der sächsischen Landeshauptstadt.
Jens-Uwe Maiwald teilte frühzeitig den Zähler mit Dirk Schuh, da seine Stellung mit den weißen Steinen keinen Vorteil versprach. In der Schnellschach-Partie hatte der zweite Dresdner Großmeister erneut einige Schwierigkeiten, setzte sich aber doch durch und zog in die nächste Runde ein.
Volker Seifert musste ebenfalls in die Entscheidung mit der kürzeren Bedenkzeit. Gagen Vadim Malakhatko. Dort sah es lange Zeit günstig für den Einheimischen aus, der im Endspiel dann aber die Bauern seines Gegners nicht mehr aufhalten konnte. Einen tollen Kampf lieferte auch Jakov Loxine gegen den Vorjahreszweiten Roman Slobadjan. Nach einer spannenden Punkteteilung mit taktischen Finessen in der ersten Partie war im Schnellschach dem Dresdner kein Erfolg vergönnt. Er muss seine Chance jetzt im Schweizer System suchen.
Das Aus in Runde fünf kam dagegen für Maria Schöne. Eine erneute Überraschung war der Abiturientin aus Großröhrsdorf gegen Dimo Werner nicht vergönnt.



Vadim Malakhatko unterhielt die Zuschauer mit einer dramatischen Partie
Schnelle Siege und harte Kämpfe
4. Runde, 26.Juli 2005

Mit völlig unterschiedlichem Aufwand schafften die Favoriten den Einzug in die nächste Runde des ZMD-Opens im Treff-Hotel. Sehr schnell setzte sich Suat Atalik gegen Andre Mitscherling (Großhansdorf) durch, und auch Ehsan Ghaem Maghami und Klaus Bischoff waren frühzeitig gegen den Polen Maciej Swicarz und Frank Amos auf der Siegerstraße, wenngleich noch genaues Spiel erforderlich blieb. Für Evgeny Postny war etwas Rechenarbeit erforderlich, um den Angriff von Jerzy Struk zurückzuschlagen.
Stark unter Druck geriet wieder Thomas Luther mit den schwarzen Steinen gegen Rainer Albrecht (Kreuzberg). In Zeitnot behielt der Nationalspieler aber den besseren Durchblick und erarbeitete sich entscheidenden Vorteil. Langsam die Vorteile zusammentragen und nach fünf Stunden in den Sieg umsetzen konnte Top-Favorit Krishnan Sasikiran.
Ein mühsames Endspiel hatte dagegen Vadim Malakhatko hinter sich zu bringen. Bernd Wronn leistete erbitterten Widerstand und zwang den Favoriten in ein dramatisches Endspiel, indem er selber auf Sieg spielte. Im allgemeinen Tumult und Reklamieren seines Gegners überschritt er jedoch die Zeit, so dass Malakhatko die nächste Runde erreichte.
Das Ausscheiden aus dem Kampf um den Turniersieg musste dagegen der Leipziger Bundesliga-Spieler Roland Voigt hinnehmen. Er unterlag dem Polen Michal Bartel. Im Tiebreak erwischte es den Bremer Sven Joachim gegen Albrecht Weidel aus Ravensburg.



Spannende Kämpfe versprechen auch die nächsten Runden beim ZMD-Open
Uhlmann und Maiwald erneut ohne Probleme

Die Runde der letzten 32 erreichten auch die beiden besten Dresdner. Jens-Uwe Maiwald hatte keinerlei Schwierigkeiten mit Christoph Engelbert aus Hamburg und siegte mit den schwarzen Steinen nach nur 27 Zügen. Der 70-jährige Altmeister Wolfgang Uhlmann profitierte in leicht vorteilhafter Stellung dagegen von einem Aussetzer seines Gegenüber Olaf Horstmann.
Für eine positive Überraschung in den Runden drei und vier sorgte eine junge Spielerin aus Großröhrsdorf. Maria Schöne setzte sich erst gestern in der entscheidenden Schnellschachpartie gegen Manfred Glienke durch, heute wurde bereits in der ersten Partie Martin Krockenberger (Schmiden/Cannstatt) zum nächsten Opfer Abiturientin.
Weiterhin eine Runde weiter kam Volker Seifert, der im Dresdner Duell mit Matthias Rudolf keine Schwierigkeiten hatte.



Shakehands vor einem harten Kampf: Jürgen Schulte gegen Roman Slobodjan
Slobodjan und Bischoff mit Sonderschicht
3. Runde, 25. Juli 2005

Zwei Partien zum Weiterkommen in die vierte K.O.-Runde mussten Klaus Bischoff und Roman Slobodjan absolvieren. Beide gerieten mit den schwarzen Steinen frühzeitig unter Druck gegen ihre eher als Außenseiter eingeschätzten Kontrahenten. Während Bischoff sich den geopferten Bauern zurückholen und zumindest noch um den ganzen Punkt gegen den jungen Hamburger Robin Stellwagen kämpfen konnte, war der Vorjahreszweite Slobodjan letztlich mit der Punkteteilung gegen Jürgen Schulte glücklich. Im Schnellschach gab es für beide Favoriten jedoch ein Happy-End.
Auch Suat Atalik musste zumindest vier Stunden gegen den Dresdner Jahja Eskandary um die Qualifikation für die nächste Runde kämpfen. Nationalspieler Thomas Luther brauchte sogar nochlänger, um sich gegen Arne Böhme vom SK Jever durchzusetzen. Das endgültige Aus im Kampf um Platz eins kam dagegen für Arnd Lauber. Der Delmenhorster unterlag Thomas Günther.



Ehsan Ghaem Maghami hatte einen kurzen Arbeitstag
Favoriten lassen sich nicht überraschen
2. Runde, 24.Juli 2005

Keine Chance für die Außenseiter gab es auch in der zweiten Runde beim ZMD-Open, in der sich alle der „Top Ten“ der Setzliste das Weiterkommen im K.O.-Modus ohne Schwierigkeiten sichern konnten. Bereits nach zwei Stunden hatten Ehsan Ghaem Maghami, Evgeny Postny und Vadim Malakhatko ihre Partien siegreich beendet, kurz darauf folgte die indische Nummer eins der Setzliste, Krishnan Sasikiran. Nachdem Roman Slobodjan als Vorjahreszweiter gestern gegen Peter Theuermeister lange zu kämpfen hatte, saß er auch in Runde zwei recht lange gegen Ulrich Linder vor den Figuren.
Mit kleinen taktischen Finessen beendeten die beiden aussichtsreichsten Dresdner ihre Partien. Jens-Uwe Maiwald opferte vorübergehend Turm und Leichtfigur gegen den 12-jährigen Polen Marek Pigula, während Schach-Legende Wolfgang Uhlmann gegen Marcel Kasten aus Minden den Schlusspunkt mit einem Damenopfer und anschließender Bauernumwandlung setzte.



Altmeister Wolfgang Uhlmann überzeugt bisher
Einige Dresdner bleiben im Rennen um Platz eins

Aus Dresdner Sicht wussten zumindest die beiden größten Hoffnungen, Jens-Uwe Maiwald und Wolfgang Uhlmann, zu überzeugen. Maiwald war gegen den Jugoslawen Boban Bozinovic frühzeitig auf der Siegerstraße, so dass sein Gegner zwar mit einer Sekunde die Zeitkontrolle schaffte, im nächsten Zug aber aufgab. Auch Altmeister Uhlmann setzte mit den weißen Steinen seinen Gegner Sebastian Kaiser (Großröhrsdorf) unter enormen Stellungsdruck. Als der Außenseiter auch auf der Uhr deutlich ins Hintertreffen geriet, fand er keine überzeugende Verteidigung gegen die Drohungen, so dass das Dresdner Urgestein mit einer „petite combinaison“ die Begegnung für sich entschied.
Dagegen schied Cliff Wichmann gegen den Senior Jürgen Dümmke aus. Für die nächste Runde qualifizierten sich dagegen Volker Seifert, Paul Hoffmann und Jakov Loxine.



Cliff Wichmann musste den Umweg über die Tiebreaks nehmen
Live-Übertragung der Tiebreaks

Eine besondere Ehre kam durch das frühe Ende der Partien an den sechs Spitzenbrettern einigen Aktiven aus den hinteren Reihen zu. Wer es als Außenseiter durch ein Unentschieden in die Tiebreak-Entscheidung geschafft hatte, durfte auf einen Platz zur Live-Übertragung an den DGT-Brettern hoffen. Dadurch kam der Dresdner Gerd Schöhl gegen Jürgen Brustkern zu einer weltweiten Präsenz, ebenso Michael Jähn, der sich in der ersten Partie bereits frühzeitig gegen den für Aue spielenden Dresdner Cliff Wichmann einen halben Zähler sichern konnte.



Ein gut gefüllter Turniersaal zum Start des ZMD-Open im Treff-Hotel
Teilnehmerrekord für ZMD-Open
1. Runde, 23.Juli 2005

Ein Ansturm überrollte am Nachmittag die Anmeldung für das ZMD-Open im Dresdner Treff-Hotel, wie die Schiedsrichter alle Hände voll zu tun hatten, dem Teilnehmerfeld mit der neuen Rekordzahl von 339 einen pünktlichen Start zu gewährleisten. Nachdem auch die letzten Nachmelder in die Auslosung eingearbeitet waren, wurden zum ersten Mal die Uhren beim Open gedrückt und die ersten Züge getätigt. An den ersten sechs Brettern werden diese jeweils live ins Internet übertragen. Dort nahmen die topgesetzten Spieler Platz, unter denen sich zwei „ältere“ Aktive befinden. Hinter dem Inder Krishnan Sasikiran und dem Iraner Ehsan Ghaem Maghami sind der 41-jährige Suat Atalik aus Bosnien-Herzowina und der drei Jahre ältere deutsche Nationalspieler Klaus Bischoff auf den folgenden Rängen zu finden. Das Spitzen-Sextett wird komplettiert durch Evgeny Postny und Vadim Malakhatko (Ukraine).
Aus deutscher Sicht haben neben Bischoff nominell Thomas Luther, der Vorjahreszweite Roman Slobodjan und der Dresdner Lokalmatador Jens-Uwe Maiwald die besten Chancen auf eine vordere Platzierung. Die einheimischen Fans des königlichen Spiels werden aber wieder Schach-Legende Wolfgang Uhlmann am festesten die Daumen drücken. Trotz einiger gesundheitlicher Probleme entschied sich der 70-jährige Altmeister zum Antritt bei seinem Heim-Turnier, das er seit 1992 ohne Unterbrechung bestreitet.
Im K.O.-Modus wird in jeder Runde die Hälfte der Spieler aus dem Rennen um den Titel ausscheiden, unter Umständen nach einem Unentschieden erst in der Schnellschach-Entscheidungsparte. Den im direkten Vergleich eliminierten Aktiven bleibt nur noch der Kampf im Schweizer System um Platz drei hinter den beiden abschließenden Finalisten.




   
Wolfgang Uhlmann überreicht Nachwuchstrainer Frank Quabs einen Pokal   Organisationschef Dirk Jordan eröffnete mit geladenen Gästen das Festival   Uwe Bönsch (rechts) muss Felix Fürnhammer von Sponsor ZMD ein Remis lassen

Politik und Wirtschaft eröffnen ZMD-Schachfestival 2005 mit historischer Remineszenz
21.Juli 2005

Der Bogen von den historischen Schachkünstlern hin zu modernsten Schach-Neuerungen wurde zur Eröffnung des ZMD-Schachfestivals 2005 im stimmungsvollen Ambiente des Schloss Albrechtsberg an den Dresdner Elbhängen gesponnen. Daneben äußerten sich der Finanzbürgermeister der Stadt Dresden, Hartmut Vorjohann, und Thilo von Selchow, Vorstandsvorsitzender der ZMD AG zu den Perspektiven für Dresden und das Festival. Vorjohann meinte auch als kritischer Finanzverantwortlicher von der Projekt „Olympia 2008 in Dresden“ sofort überzeugt gewesen zu sein. Das Schachfestival sei dabei als eines der wichtigsten Turniere ein Nachweis für die Gastfreundschaft der Dresdner Organisatoren. Auch Thilo von Selchow unterstrich die langjährige positive Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam um Dr. Dirk Jordan, welche das anstehende Festival 2005 zu einem weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Olympiade machen soll.
Eine Erinnerung an die Zeit des berühmten Dresdner Meisterturniers von 1892, in dessen Tradition das Schachfestival seit der ersten Austragung 1992 steht, gab den Zuschauer ein Match im Gewand des historischen Ansage-Schachs. Mit jeweils nur zehn Sekunden pro Zug setzte sich ein Trio aus der Politik gegen die Vertreter der Wirtschaft durch. Einen absoluten Szenenwechsel gab es kurz darauf, als sich Bundestrainer Uwe Bönsch und Rainer Knaak, neben Wolfgang Uhlmann Mitglieder des letzten DDR-Olympiateams von 1990, an Laptops live im Internet mit deutschen Jugend-Assen bei der WM in Frankreich duellierten. Die beiden Könner auf den 64 Feldern traten danach noch in zwei Runden gegen jeweils vier prominente Gäste an, von denen Uwe Bönsch dem Vertreter von ZMD, Felix Fürnhammer, einen halben Punkt lassen musste. Rainer Knaak gab die letzte Partie mit Andreas Gagelmann von der Stadt Dresden unter dem Beifall der mehr als 100 anwesenden Gäste ebenfalls Remis gab.

News
09.12.2011
Die Termine der Dresdner Turniere 2012 stehen fest.
Termine 2012
Aktueller Turnierstand
Vadim Malakhatko
Thomas Luther
Ehsan Ghaem Maghami
Evgeny Postny
Klaus Bischoff
Norbert Heck
Wolfgang Uhlmann
Roman Slobodjan
Sven Joachim
10  Dimo Werner
Sponsoren
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Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden
RAMADA Hotel Dresden
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Euroschach Dresden
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Landessportbund Sachsen e.V.
European Chess Union
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